Fünf Geschichten

Unfassbares Tierleid in Wien: Ombudsstelle deckt erschütternde Fälle auf

Eine Hündin mit abgestorbenem Bein, eine Katze ohne Überlebenschance und ein Karpfen mit eingedrückten Augen. Die Tierschutzombudsstelle Wien blickt zurück auf ein Jahr voller Grausamkeiten gegen Tiere. 

Eine Hündin schleppte sich mit einem schwer verletzten Hinterbein durch eine verwahrloste Wohnung. Das Gewebe war abgestorben, die Wunde alt und unbehandelt. Tierärztinnen mussten das Bein amputieren, um das Leben des Tieres zu retten. Zusammen mit 17 weiteren Hunden lebte die Hündin auf engstem Raum - ohne Pflege, ohne Auslauf, in völliger Überforderung. Die Tierschutzombudsstelle Wien wurde im Sommer 2025 auf die schockierenden Zustände aufmerksam. Mit der Abnahme der Hunde aus der kleinen Wohnung konnte der Fall beendet werden.

Dieser Fall zählt zu den drastischsten unter den rund 1.500 Meldungen, die im vergangenen Jahr eingegangen sind. "Animal Hoarding ist eine psychische Krankheit. Bitte helfen Sie den Tieren, indem Sie rechtzeitig Meldung erstatten", sagte Tierschutzombudsfrau Eva Persy.

Fenstersturz mit Todesfolge

In Favoriten stürzte eine Katze aus einem ungesicherten Fenster im vierten Stock. Sie überlebte den Aufprall zunächst, erlitt jedoch einen Lungenkollaps und mehrere schwere Knochenbrüche. Trotz schneller tierärztlicher Versorgung war keine Rettung mehr möglich. Die Katze musste eingeschläfert werden. "Jeder Haushalt steckt voll möglicher Gefahren für die geliebten Vierbeiner. Diese müssen erkannt und beseitigt werden, um Leid zu verhindern", warnte Persy.

Hund leidet unter Sommerhitze

Ein Hundehalter legte seinem Tier eine Maulschlaufe an, die dem Hund das Hecheln unmöglich machte. Bei großer Hitze konnte das Tier weder richtig atmen noch Wasser aufnehmen. Die Polizei schritt ein und zeigte den Mann an. Er musste eine Strafe von 500 Euro zahlen. Die leichten Nylon-Schlaufen sind kein praktischer Maulkorb-Ersatz und seit Anfang 2025 verboten.

Grausamer Umgang mit Karpfen

Ein Karpfen wurde beim Herausheben aus einem Wasserbecken brutal misshandelt. Der Verkäufer drückte dem lebenden Tier mit den Fingern beide Augen ein. Tierschützerinnen und Tierschützer meldeten den Vorfall. Der Täter wurde angezeigt und zur Rechenschaft gezogen.

Hochzeitstauben ohne Heimweg

Immer mehr Hochzeitstauben wurden 2025 an der Veterinärmedizinischen Universität Wien abgegeben. Viele waren völlig entkräftet, da sie nicht heimfindend durch die Stadt irrten. Ohne Training oder Rückflugmöglichkeit überleben sie oft nicht. "Stellen Sie sicher, dass für den schönsten Tag in Ihrem Leben keine Tauben leiden müssen. Bitten Sie Ihre Gäste, auf solche Überraschungen zu verzichten", appellierte Persy.

Diese fünf Fälle stehen exemplarisch für ein Jahr voller Herausforderungen im Tierschutz. Sie zeigen, wie schnell aus Unwissen Leid entsteht. Und sie zeigen, wie wertvoll der Mut ist, nicht wegzusehen.

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