Ministerrat

So lukrativ wird der neue Spendenbonus

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Ab Jänner erhalten Spender einen Steuerbonus. Finanzminister Pröll will so die Folgen der Wirtschaftsflaute für die Hilfsorganisationen abfedern.

Am Dienstag gibt die Regierung im Ministerrat grünes Licht für die steuerliche Absetzbarkeit von Spenden. ÖSTERREICH präsentiert die Eckpunkte der Reform, die das befürchtete Spendenminus wegen der Wirtschaftskrise abfangen soll.

Ab Jänner in Kraft
Das Gesetz von ÖVP-Finanzminister Josef Pröll soll im Parlament bis April beschlossen werden, gilt aber rückwirkend ab dem 1. Jänner. Das heißt: Wer ab dann seinen Erlagschein – etwa für die Aktion „Licht ins Dunkel“ – einzahlt, kann die Spende via Steuerausgleich für 2009 geltend machen. Die Zahlungen werden als „Sonderausgabe“ eingestuft.

Einkommensgrenzen
Den Bonus erhalten natürlich nur jene Personen, die auch Steuern zahlen. Laut Finanzressort sind das Erwerbstätige ab einem Bruttogehalt von 1.217 Euro sowie Pensionisten ab einem Bruttobezug von 1.055 Euro. Abgesetzt werden können jedenfalls bis zu 10 Prozent des Jahreseinkommens. Für eine 100-Euro-Spende kann der Steuerbonus – je nach Steuerklasse – zwischen rund 36 und 43 Euro liegen (siehe auch Beispiele unten). Bei Unternehmen gilt eine analoge Regelung mit dem Vorjahresgewinn.

Zauberwort „Mildtätigigkeit“
Um Missbrauch zu vermeiden, gibt es einen Kriterienkatalog: Um begünstigte Spenden zu empfangen, müssen sich Organisationen seit mindestens drei Jahren „mildtätigen“ Zwecken widmen. Profitieren können freilich auch Entwicklungshilfeprojekte im Ausland.

Kein Bonus für Tier- und Umweltschützer
Umstritten ist, dass Umwelt- und Tierschutzorganisationen von der Reform ausgeschlossen sind – was Finanzminister Pröll gegenüber ÖSTERREICH erneut verteidigt. „Am Vorabend einer großen Wirtschaftskrise will ich konkrete, greifbare Hilfe für Menschen in den Mittelpunkt stellen“, sagt Pröll. Die betroffenen Gruppen müssen freilich fürchten, im härter werdenden Wettlauf um die Spenden unter die Räder zu kommen. Greenpeace, WWF und Co. sprechen von einer „finanziellen Katastrophe“.

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