So wenig Flüchtlinge wie vor Beginn der Asylkrise

Anträge gehen zurück

So wenig Flüchtlinge wie vor Beginn der Asylkrise

Flüchtlingszahlen so niedrig wie seit fünf Jahren nicht mehr. Asylwelle ist vorerst aus.

Wien. In der BVT-Affäre ist Innenminister Herbert Kickl derzeit ordentlich unter Beschluss – in der Asylpolitik hingegen hat er Glück. ÖSTERREICH liegen die brandaktuellen Asylzahlen vor, und die sind ein Hammer. So wenig Flüchtlinge wie in den ersten acht Monaten des Jahres kamen schon lange nicht mehr zu uns:

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Asylanträge von 2015 bis 2018: Heuer weniger Asylanträge als 2014, so das Ressort von Innenminister Kickl.

  • Asylanträge: minus 46,3 %. Exakt 9.337 Asylanträge wurden in den ersten acht Monaten dieses Jahres gestellt – das ist ein Minus zum Vorjahr von 46,3 %. Damit kommen so wenig Flüchtlinge wie vor der Asylkrise des Jahres 2015 zu uns – die aktuellen Zahlen entsprechen in etwa denen aus dem Jahr 2010. Damals waren es etwas mehr als 11.000 Asylanträge im Jahr.
  • Immer noch Syrer. Bei den Neuanträgen sind aber wieder die Syrer auf Platz 1 (2.351), gefolgt von Afghanen (1.400) und Iranern (723). Iraner sind auch die einzige Nationalität, bei der die Asylanträge steigen (um 20 %).
  • Hälfte der Verfahren positiv. Stand August 2008 sind noch 43.264 Asylverfahren offen: Zwischen Jänner und August wurden insgesamt 38.428 Verfahren entschieden, davon waren 18.599 Asylanträge. 9.786 Mal wurde hier Asyl gewährt, das heißt: Fast 53 % der Anträge wurden positiv entschieden. 4.212 Mal wurde humanitärer Aufenthalt bzw. Schutz gewährt.
  • 48.640 in Grundversorgung. Mit Stichtag 1. September waren noch 48.640 Asylwerber in der Grundversorgung. Ihre Zahl ist stark gesunken – zu Beginn des Jahres waren es noch mehr als 60.000. Hier sin die Afghanen die vorherrschende Nation – ihre Verfahren dauern besonders lange.
Innenminister Herbert Kickl zeigt sich gegenüber ÖSTERREICH zufrieden: „Der Rucksack an offenen Verfahren ist abgebaut. Unser Schwerpunkt liegt auf konsequenter Rückführung und schnelleren Verfahren.“ Es dürfe keine neuen Anreize geben, die das Geschäft der Schlepper unterstützen und noch mehr Menschen nach Europa locken.
 
(gü)

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