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Super-Wahljahr 2010

SP ist vier Mal Titelverteidiger

Die vier roten Musketiere Fischer, Niessl, Voves und Häupl verteidigen 2010 ihre Ämter. Sie entscheiden dabei auch über die Zukunft der SPÖ.

Das Super-Wahljahr 2010 hat es in sich – am 25. April verteidigt Heinz Fischer das Präsidentenamt, eine Woche später kämpft Hans Niessl im Burgenland gegen den Verlust der absoluten Mehrheit.

Und im Herbst geht es zunächst am 26. September für Franz Voves darum, den Ansturm der ÖVP auf den steirischen Landeshauptmann-Sessel abzuwehren. Als letzter der vier roten Musketiere steigt schließlich am 10. Oktober Michael Häupl in Wien gegen HC Strache in den Ring.

Nur Fischers Sieg gilt derzeit als „Bank“
Nur Bundespräsident Heinz Fischer gilt bei allen Experten derzeit – mangels Gegenkandidaten – als sichere Bank. Für den Burgenländer Niessl, der am Montag wohl gegen die Stimmen von ÖVP und FPÖ ein Vorziehen seiner Landeswahlen auf den 2. Mai beschließen will, schaut es da laut Polit-Experte Peter Filzmaier schon etwas anders aus: „Er wird die relative Mandatsmehrheit halten. Aber wenn sich Schwarz-Blau ausgeht und das Burgenland umgedreht wird, wäre das ein Paukenschlag.“ Noch dramatischer ist wohl die Situation für Voves: Er hat vor fünf Jahren das Kunststück geschafft, erster roter Landeschef der Steiermark zu werden. „Das Verteidigen des ersten Platzes ist meist schwieriger als dessen Eroberung“, meint Filzmaier, der diese Wahl als schwierigste für die SPÖ sieht.

Denn Michael Häupl, so der Experte, habe realpolitisch am wenigsten zu verlieren: „Ein Bürgermeister Strache ist nach menschlichem Ermessen ausgeschlossen. Noch dazu liegt Häupl in allen Umfragen knapp unter der absoluten Mandatsmehrheit.“ Da könne die SPÖ relativ gelassen bleiben.

Super-Wahljahr ist auch für Faymann Meilenstein
„Entscheidend im Bund ist, wer am Ende als der Erfolgreichere dasteht, Faymann oder Pröll“, so der Politologe. Denn nach der Wien-Wahl gebe es zwei Jahre lang keine bedeutenden Urnengänge mehr. Filzmaier meint, dass es für die nächste Nationalratswahl vorentscheidend sein könne, wer ein Sieger-Image aus dem Superwahljahr mitnehme. Schaffe die SPÖ die vierfache Titelverteidigung, wofür einiges spreche, könnte Faymann bald auch in Bundesumfragen wieder die Nr. 1 sein, glaubt Filzmaier.



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