Streit um Wahlrecht für Prostituierte

Eklat

Streit um Wahlrecht für Prostituierte

Die SPÖ aus Hohenthurn will keine Sex-Arbeiterinnen auf der Wahlliste.

In der kleinen Kärntner Gemeinde Hohenthurn ist im Vorfeld der Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen ein Streit um das Wahlrecht von Prostituierten ausgebrochen. Unter den 711 Wahlberechtigten sind nämlich 30 EU-Ausländerinnen, die zum Stichtag als Prostituierte im örtlichen Bordell angemeldet waren. Ihretwegen ficht die örtliche SPÖ die Wählerliste an, berichtete die "Kleine Zeitung" am Dienstag.

Der Chef der roten Ortspartei, Thomas Galle, befürchtet eine "massive Verschiebung der tatsächlichen politischen Verhältnisse, sollten diese Personen wirklich wählen". 30 Stimmen entsprächen einem Mandat, sagte er zur APA. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Damen wissen, was sie da tun. Sie wissen ja gar nichts von der Gemeinde."

Laut Bürgermeister Florian Tschinderle (ÖVP) sind inzwischen nur mehr zwölf der 30 Frauen in dem Bordell in Hohenthurn. Er könne ihnen als EU-Bürger das Wahlrecht nicht verwehren. "Es gibt ein Gesetz." Wenn die Frauen ihren Lebensmittelpunkt in Hohenthurn hätten, dürften sie auch wählen. "Im Grunde ist es eine Diskriminierung, wenn ich sage, jemand, der in dem Gewerbe tätig ist, hat kein Wahlrecht." Über den Antrag der SPÖ Hohenthurn entscheidet die Gemeindewahlbehörde in den kommenden Tagen.



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