traiskirchen

Betreiber kündigt

Traiskirchen nicht mehr rentabel

Das deutsche Unternehmen hat die Verträge mit dem Bund gekündigt: Angesichts sinkender Asylwerberzahlen sind die Flüchtlingseinrichtungen Traiskirchen, Thalham, Bad Kreuzen und Reichenau nicht mehr rentabel.

Das Innenministerium ist auf der Suche nach möglicherweise neuen Betreuern für die diversen Flüchtlingseinrichtungen. Der Betreiber von Traiskirchen, Thalham, Bad Kreuzen und Reichenau, das deutsche Unternehmern "European Homecare", hat die Verträge mit dem Bund gekündigt, da sich angesichts sinkender Asylwerberzahlen die Aufgabe nicht mehr rentiert. Entsprechende Medienberichte bestätigte "European Homecare"-Sprecher Wilhelm Brunner.

Ausschreibung im Herbst
Eine Ausschreibung für die neuen Betreuer soll nun im Herbst erfolgen. Ab Frühling 2011 sollen sie die Aufgabe wahrnehmen. In der Übergangszeit leitet weiter "European Homecare" die Betreuung. Abgerechnet wird in der Zwischenzeit nicht mehr wie beim regulären Vertrag nach Fallzahl sondern nach tatsächlich entstandenen Kosten, die vom Innenministerium abgegolten werden. Ob dies nun mehr oder weniger Geld für "European Homecare" bedeutet, wollten weder der Unternehmenssprecher noch ein Sprecher des Innenministeriums einschätzen.

Das in Essen beheimatete Unternehmen hatte 2002/2003 eine Ausschreibung des Innenministeriums für sich entschieden und seither ein unbefristetes Vertragsverhältnis, das im Juni von der Geschäftsführung gekündet wurde. Ursprünglich war man von rund 1.000 zu betreuenden Asylwerbern ausgegangen, zuletzt waren es nur noch etwas über 400. Da pro Fall abgerechnet wurde, ergab sich für "European Homecare" ein ordentlicher Rückgang bei den Einnahmen.

Bei der Ausschreibung war das Auftragsgesamtvolumen mit rund fünf Millionen Euro pro Jahr geschätzt worden. "European Homecare" hatte als günstigster Bieter offeriert, die Betreuung für 12,90 Euro pro Tag und Asylwerber zu übernehmen.

Ob man bei der Neuausschreibung wieder dabei ist, ließ Brunner offen. Das könne man erst beurteilen, wenn man die Unterlagen einsehen könne. Vor acht Jahren unterlegen war ein Konsortium von Hilfsorganisationen, angeführt von Rotem Kreuz, Caritas und Diakonie. Auch hier ist noch nicht klar, ob ein neuer Anlauf genommen wird.



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