Unsere Kinder büßen für Hypo-Pleite

Wien

Unsere Kinder büßen für Hypo-Pleite

Das Sparpaket wegen der Hypo-Pleite wirkt sich jetzt doch auch auf die Kinder aus.

Finanzminister Spindelegger muss wegen des Hypo-Debakels ein Sparbugdet schnüren – und jetzt zahlen auch unsere Kinder drauf: Wie Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek bestätigt hat, werden 2015 ganze 60 Millionen Euro gestrichen. Heuer müssen statt der geplanten 68 zwar „nur“ 57 Mio. Euro gespart werden – bleibt trotzdem ein Sparpaket von 117 Mio. Euro.

In 2 Fächern stehen Lehrer bald kürzer in den Klassen
■ Neue Mittelschule: Das Prestigeprojekt von Ex-Ministerin Schmied wird filetiert: Standen bisher in Deutsch, Englisch und Mathe zwölf Stunden pro Woche zwei Lehrer in der Klasse, so ist das künftig nur zehn Stunden lang der Fall. In welchen Fächern gekürzt wird, entscheidet die Schule.
■ Mehr Schüler. Einschnitte auch in der Oberstufe von Gymnasien (AHS) und in den berufsbildenden Schulen (BMHS): So wurden in den AHS in Deutsch, Mathematik und Fremdsprachen Klassen ab 30 Schülern geteilt – das fällt weg. Geteilt wird auch nicht mehr in Informatik und in Zeichnen. In den HTL werden Laborgruppen größer sein (Teilung erst ab 13 statt ab 8 Kindern).
■ Weniger Überstunden. Wegen der größeren Klassen gibt es auch weniger Überstunden für die Lehrer – und damit weniger Geld.

Heinisch-Hosek sagt, sie habe hart verhandelt und die Sparmaßnahmen einigermaßen gerecht auf alle Schulen verteilt. Und der Ausbau der Ganztagsschule bleibe ungeschoren. Gespart werde zudem auch in der Verwaltung.

Die Lehrer sehen das anders und gehen auf die Barrikaden: Gewerkschafter Paul Kimberger spricht von Protestmaßnahmen und will einen Streik nicht ausschließen (s. Interview). Und auch die Opposition ist empört. Der Grüne Harald Walser: „Unsere Kinder bluten jetzt wegen der Hypo.“

» Wir werden uns geeignete Maßnahmen überlegen. «
Lehrer-Gewerkschafter Kimberger kündigt Widerstand gegen die Kürzungen an.
ÖSTERREICH: Was sagen Sie zu den Einsparungen?
Paul Kimberger: Inakzeptabel. Wir investieren Milliarden in Pleitebanken und auf der anderen Seite sparen wir in den nächsten zwei Jahren 117 Millionen bei der Bildung ein. Das geht auf Kosten unserer Kinder.

ÖSTERREICH: Die Ministerin will für gut bezahlte Überstunden weniger ausgeben. Das sei eine Erleichterung für Lehrer. Stimmen Sie überein?
Paul Kimberger: Das ist an Zynismus nicht mehr zu überbieten. Überstunden haben nicht System, sondern sind die Ausnahme.

ÖSTERREICH: Wo könnte man sparen?
Paul Kimberger:Bei Testungen. Oder im Bereich der Vernetzungstreffen, Symposien.

ÖSTERREICH: Gibt es gewerkschaftliche Maßnahmen?
Paul Kimberger: Ich habe noch keine Zahlen auf dem Tisch. Aber ich werde das auf keinen Fall akzeptieren. Wir werden uns geeignete Maßnahmen überlegen.



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