ÖVP-Chef Josef Martinz

Untreue

VP-Chef drohen bis zu 10 Jahre Haft

Martinz stand am Mittwoch vor Gericht, und zwar wegen des Verdachts der Untreue.

Das Corpus delicti hat nur sechs Seiten. Und trotzdem bekam der Villacher Steuerberater Dietrich Birnbacher für dieses „Gutachten“ im Zuge des Hypo-Verkaufs an die BayernLB sage und schreibe sechs Millionen Euro.

Birnbacher ist auch Steuerberater von Martinz – und laut Gutachten hätte der Villacher nur knapp 300.000 € verlangen dürfen. Die Folge: Martinz steht wegen des Verdachts vor Gericht, als Landesholding-Chef 5,7 Mio. € veruntreut zu haben. Strafandrohung: bis zu 10 Jahre Haft.

Martinz, Birnbacher sowie zwei Holding-Vorstände bekannten sich nicht schuldig – allerdings geriet Martinz bei der Befragung in die Defensive: Zwar beteuerte er, dass Birnbachers Gutachten billiger gewesen sei als das einer Investment-Bank. Andererseits musste Martinz zugeben, dass sich Landespolitiker nicht an die von der BayernLB geforderten Verschwiegenheitspflicht gehalten hätten – und damit war ja die Auftragsvergabe an Birnbacher durch Martinz und Landeshauptmann Jörg Haider seinerzeit begründet worden.

Trotzdem gab sich Martinz ungebrochen „Würde heute wieder so handeln“. Urteil: 1. August. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Part of the Game: Ihm drohen bis zu 5 Jahre Haft
Bestechlichkeit wirft die Staatsanwaltschaft FPK-Chef und Landeshauptmann-Stellvertreter Uwe Scheuch vor. Morgen soll es in der sogenannten Part-of-the-Game-Affäre das Urteil geben. Scheuch hat in einem Gespräch mit einem früheren FPÖ-Angestellten russischen Investoren Staatsbürgerschaften gegen Parteispenden in Aussicht gestellt – der Staatsanwalt sieht § 304 des Strafgesetzbuches erfüllt, darauf stehen bis zu 5 Jahre Haft. Scheuch hatte sich am 1. Prozesstag allerdings nicht schuldig bekannt.

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