Wolfgang Fellner Kommentar "Das sagt Österreich"

Wolfgang Fellner

Das sagt Österreich

Man muss die Chance zur ORF- Reform nützen

Die „Causa Pelinka“, die das Land stärker beschäftigt hat als der Verlust des Triple A, ist beendet.

Die ORF-Redakteure haben das Match gegen ihren Chef gewonnen und einen Sieg für die Unabhängigkeit erzielt. Das Image des ORF freilich ist auf Jahre ruiniert.
Das wichtigste Leit-Medium des Landes gilt – zu Recht – mittlerweile als elektronische Parteizeitung.

Wenn der ORF die Unabhängigkeit zurückgewinnen will, muss er von Grund auf reformiert werden.

Mindestens fünf Schritte sind dringend zur ORF-Rettung nötig:

  • Erster Schritt: Nach Pelinka müssen auch die anderen Stiftungsräte, deren Stimmen mit Posten erkauft wurden, zurücktreten. Der Technische Direktor, der Tiroler Landesdirektor sind untragbar.
  • Zweiter Schritt: Künftig soll kein Aufsichtsrat drei Jahre lang in den ORF wechseln dürfen.
  • Dritter Schritt: Der Stiftungsrat gehört generell völlig neu aufgestellt – alle Parteienvertreter raus. Stattdessen muss es einen kleinen, kompetenten Aufsichtsrat geben.
  • Vierter Schritt: Der ORF muss vom Staatsunternehmen zu einer unabhängigen Aktiengesellschaft werden. Medien dürfen nicht dem Staat gehören – das ist russisch.
  • Fünfter Schritt: Damit der ORF unabhängig wird, muss seine Finanzierung neu geregelt werden. Mit Zwangs-Gebühren, die man nur der Politik verdankt, wird man immer einen Polit-Funk haben.

 

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