Der Kanzler spricht ein Machtwort

Das sagt "ÖSTERREICH"

Der Kanzler spricht ein Machtwort

Ein Kommentar von ÖSTERREICH- und oe24-Chefredakteur NIki Fellner.

Die deutsche Reisewarnung gegen Wien war wohl der letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat. Nach tagelangem Hin und Her hat die Bundesregierung gestern neue verschärfte Corona-Maßnahmen präsentiert. Gesundheitsminister Rudi Anschober hatte davor noch verzweifelt versucht, seine Corona-Ampel zu retten (und neue bundesweite Maßnahmen blockiert). Jetzt hat der Kanzler ein Machtwort gesprochen - und seinen Minister damit endgültig entmachtet.

Diese Entscheidung ist angesichts der Reisewarnungen alternativlos. Der wirtschaftliche Schaden, der Wien (aber auch dem Rest von Österreich) durch das Ausbleiben deutscher Touristen droht, ist enorm. Hätten wir beim Anstieg der Neuinfektionen weiter tatenlos zugesehen, dann wäre die Reisewarnung wohl in Kürze auf weitere Regionen ausgeweitet worden. Ganz zu schweigen davon, dass zig andere Länder dem deutschen Beispiel folgen könnten.

Dass nun endlich gegen Partys in Klubs (und auch bei privaten Feiern) vorgegangen wird, war jedenfalls längst überfällig. Wobei die Frage offenbleibt, warum sich der Gesundheitsminister in den letzten Wochen gegen eine diesbezügliche Regelung quergelegt hat und das nicht schon viel früher passiert ist?

Das Verhältnis zwischen Kurz und Anschober wird durch das Kanzler-Machtwort weiter zerrüttet. Die Stimmung in der Koalition nähert sich langsam dem Gefrierpunkt.

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