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Spülen Teuerung und Gas-Krise Regierung weg?

Ein Kommentar von oe24-Chefredakteur Niki Fellner.

Die Rekord-Inflation und der drohende Gas-Notstand werfen leider einen dunklen Schatten auf unseren Sommer. Für beides kann unsere Regierung fairerweise nichts. Die Maßnahmen, die Türkis-Grün gegen diese Mega-Krise ergreift, gehen aber leider immer mehr in die Hose.

Der groß angekündigte 500-Euro-Klimabonus gegen die Teuerung ist zwar prinzipiell eine gute Idee. Aber das Geld kommt viel zu spät (erst mit Oktober). Obendrein wurde diese Woche bekannt, dass der Klimaministerin Leonore Gewessler die Kontodaten von 3 Millionen Österreichern fehlen. Die bekommen das Geld jetzt nicht wie versprochen direkt über­wiesen, sondern kompliziert per RSa-Brief via Gutschein zugestellt (wo und wie man diesen Gutschein einlösen kann, steht in den Sternen). Die Post warnt schon vor einem Zustell-Chaos mit wochenlangen Verspätungen.

Ähnlich dilettantisch ist der Gas-Notplan der Ministerin. Die Gaseinspeicherung wird täglich weniger, aber unsere Regierung handelt im Schneckentempo. Erst am Dienstag (!) will man sich zu einem Gipfel zusammensetzen. Das ist angesichts des drohenden Gas-Stopps ein Skandal!

Man hat das Gefühl, dass nichts, was diese Regierung derzeit angreift, funktioniert. Nicht einmal das Aus für die Vollspalten-Böden, mit denen jährlich Millionen Schweine gequält werden, bekommt der zuständige grüne Minister Rauch hin. Das Verbot kommt erst in 18 Jahren – eine Schweinerei, insbesondere für eine grüne Regierungsbeteiligung.

Die Österreicher sind es gewohnt, bei ihren Regierungen leidensfähig zu sein. Aber Türkis-Grün hat diese Leidensfähigkeit ausgereizt. Gut möglich, dass Gas-Krise und Teuerungs-Welle im Herbst auch die Regierung wegspülen …