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Für Integration

Schulbücher sollen Schwulen-Themen behandeln

Grüne in Tirol fordern Ankauf von Büchern mit lesbisch/schwulem Inhalt. Grund: sechsmal höhere Suizidrate bei homosexuellen Schülern.

Am Mittwoch präsentierte die Salzburger Homosexuelleninitiative (HOSI) eine neue Studie über die Schulzeit von schwulen Männern. Die Innsbrucker Grünen starten aus diesem Grund eine Initiative für Aufklärungsliteratur an Pflichtschulen.

Schul-Erlebnisse als Suizid-Grund
Knapp ein Drittel der österreichweit befragten 500 Männer hatte sich in der Schule als schwul geoutet. 17 Prozent berichteten von mindestens einem Selbstmordversuch. Dies bedeute eine sechsfach erhöhte Suizidversuchsrate im Vergleich zum männlichen Durchschnitt. Erlebnisse in der Schule wurden dabei von etwa der Hälfte als Haupt- oder Mitgrund genannt.

50 Prozent der offen schwul lebenden Schüler waren laut der Erhebung Diskriminierungen ausgesetzt. Nur 16 Prozent von ihnen erklärten, dass Lehrer in einem solchen Fall eingegriffen hätten. Für lediglich drei Prozent der schwulen Schüler waren Lehrer und Schulärzte Ansprechpartner.

Homosexualität an Schulen kein Thema
Nur ein Prozent gaben an, dass in der Schule hilfreiche Broschüren auflagen. Sechs Prozent fanden dort Bücher zum Thema Homosexualität vor. Zwei Drittel sagten, Homo- oder Bisexualität sei im Unterricht kein Thema gewesen.

Schwule Schulbücher als Zeichen der Toleranz
Die Grünen stellten daher einen Antrag auf Ankauf von Büchern mit lesbisch/schwulem Inhalt für die Schulbibliotheken. Dieser soll am Donnerstag in der Sitzung des Innsbrucker Gemeinderats behandelt werden. Die Grundausstattung an Literatur für verschiedene Schulstufen, in der lesbisches und schwules Leben positiv bewertet würden, sei "eine Chance, Offenheit und Toleranz in Schulen zu bringen". Die Maßnahme würde die Stadt insgesamt 8.500 Euro kosten.



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