28-Jähriger löst Stevens als Trainer ab

Deutsche Bundesliga

28-Jähriger löst Stevens als Trainer ab

Nachwuchstrainer Nagelsmann übernimmt ab Sommer das Kommando.

Nachwuchstrainer Julian Nagelsmann wird ab der kommenden Saison Chefcoach beim deutschen Fußball-Bundesligisten 1899 Hoffenheim. Der 28-Jährige ist derzeit A-Jugend-Trainer bei den Kraichgauern und erhält einen Vertrag bis Mitte 2019. Nagelsmann wird damit nächstes Jahr Nachfolger von Interimstrainer Huub Stevens.

Der niederländische Ex-Salzburg-Coach hat erst am Montag nach der Freistellung von Markus Gisdol seine Tätigkeit aufgenommen. "Der Julian befindet sich momentan bei der Trainer-Ausbildung zum Fußballlehrer", sagte Sportchef Alexander Rosen am Dienstag. "Für uns war klar, dass wir dem Jungen eine Perspektive geben wollen. Er ist seit 2006 Trainer und passt einfach zu unserem Weg." Dies sei mit Stevens so abgesprochen. "Wir sind von seiner Qualität überzeugt, auch von seiner Autorität und Qualität. Julian Nagelsmann ist die Zukunft, Huub Stevens ist die Gegenwart", sagte Rosen.

Jüngster Trainer überhaupt
Julian Nagelsmann wird 2016 zum jüngsten Cheftrainer der deutschen Bundesliga überhaupt. 1976 saß zwar einmal der 25-jährige Bernd Stöber beim 1. FC Saarbrücken für ein Spiel interimsmäßig auf der Bank, noch nie aber hat ein "Benjamin" wie Nagelsmann einen Vertrag als Chefcoach bekommen. Nagelsmann war bereits mit 25 Jahren Assistent von Frank Kramer, Marco Kurz und Markus Gisdol in Hoffenheim.

Am Dienstag rückte aber nicht Nagelsmann, sondern Huub Stevens in den Vordergrund. 157 Tage, nachdem der Ex-Salzburg-Trainer mit dem 2:1-Sieg in Paderborn dem VfB Stuttgart zum Klassenverbleib verholfen hat, ist er wieder zurück im Bundesliga-Geschäft. Stark erkältet zwar, aber bester Laune. "Ich bin froh, dass ich nicht laut werden muss", scherzte er vor seiner ersten Übungseinheit.

Bei der TSG sieht er offensichtlich eine größere Perspektive als den Abstiegskampf. "Jetzt versuchen wir, es hinzukriegen in der restlichen Zeit, in der Bundesliga zu bleiben - aber vielleicht auch weiterzukommen. Ich glaube schon, dass die Mannschaft da nicht hingehört." Am Samstag tritt sein Team beim 1. FC Köln an, wo er von 2004 bis 2005 Chefcoach war.

Es sei schon schwer genug gewesen, sich von seiner Frau Toos und dem Familienleben loszueisen. "Es war nicht so einfach, die hatte andere Gedanken. Aber wenn du so viele Jahre verheiratet bist, dann kommst du da durch." Er habe nie gesagt, dass er ein Jahr Pause mache. "Ich habe gesagt, ich gucke, was auf mich zukommt."