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Mandl springt bei Nuorese ein

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Engagement für fünf Spiele in Italiens vierter Division: Ex-Teamgoalie Thomas Mandl wechselt bis Jahresende in den Süden.

Österreich hat einen Fußball-Legionär mehr. Thomas Mandl, der am 23. Mai gegen Kroatien (1:4) in Wien noch auf der ÖFB-Ersatzbank saß, ist am Mittwoch vom FC Nuorese Calcio, einem italienischen Serie-C2-Verein, als neuer Nummer-1-Tormann vor rund 50 Medien-Vertretern präsentiert worden. Der Burgenländer wird den Sarden, die ihren Standard-Keeper kurzfristig wegen eines Krankheitsfalls in der Familie verloren haben, aber nur in fünf Partien bis Anfang Jänner aushelfen.

Sprungbrett
Das Engagement auf Zeit in Nuoro, einer rund 40.000 Einwohner zählenden Stadt im Hinterland der Insel, betrachten Mandl und der Verein nur als Übergangslösung. Der Viertligist, dessen Klubfarben blau-grün sind, soll dem 27-Jährigen als Sprungbrett für höhere Aufgaben dienen. Robert Lobenhofer, der Manager von Mandl, hat den Transfer über einen Südtiroler Urlaubsfreund eingefädelt. "Er kennt den Nuorese-Präsidenten Roberto Goveani gut", erzählt Lobenhofer.

Besserer Klub versprochen
Goveani, von Beruf Notar, war einst Klubchef des früheren Polster- und Schachner-Vereins AC Torino, übersiedelte später aber nach Sardinien und übernahm dort FC Nuorese, der nun profihaft geführt wird und zu den Auswärtsspielen nur per Flugzeug anreist. Mit Mandl hat Goveani den prominentesten Akteur der 76-jährigen Klubgeschichte eingekauft. "Goveani hat noch immer beste Kontakte zu guten italienischen Fußball-Adressen und Mandl zugesagt, für ihn bis zum Winter einen Klub in der Serie A oder B zu finden", so Lobenhofer über die Zwischenlösung.

Ziel Euro 2008
Der ehrgeizige Mandl hat sich seit seinem Abgang von Bundesliga-Absteiger VfB Admira im heurigen Sommer u.a. beim Ostligisten ASK Schwadorf unter Franz Wohlfahrt fit gehalten. In Italien wittert er seine Chance, den Weg zurück an die Spitze zu finden. Mit guten Leistungen möchte er auf sich aufmerksam machen. Ziel ist für ihn die EM-Endrunde 2008 im eigenen Land. "Österreich hat viele gute Torleute wie Payer, Manninger und Macho. Für mich ist Payer der Beste", betrieb Mandl anlässlich seiner Vorstellung Werbung für Rot-Weiß-Rot.

Freigabe fehlt noch
Nach Angaben von Lobehofer wird sein Schützling am Sonntag auswärts gegen Sanremese noch nicht sein Debüt geben. Erstens musste noch die internationale Freigabe abgewartet werden und zweitens alles in der Heimat erledigt werden. Daher flogen Mandl und sein Berater am Donnerstag nach Österreich zurück. Seinen Einstand soll der Torhüter am 3. Dezember in der Fremde gegen Lecco geben. FC Nuorese rangiert nach zwölf Runden (sechs Siege, vier Remis, zwei Niederlagen, 19:12 Tore) mit zwei Punkten Rückstand auf den Spitzenreiter auf dem vierten Tabellenplatz.

Vor Admira hat Mandl für ASKÖ Hirm, SV Matterburg, die Wiener Austria, mit der er 2003 das Double gewann, Sturm Graz und FC Basel gespielt. Den Teamdress trug er bisher 13-mal, sein Debüt gab er am 20. November 2002 gegen Norwegen (0:1), sein bisher jüngster Einsatz datiert vom 18. August 2004 gegen Deutschland (1:3). In der T-Mobile-Bundesliga stand er zuletzt für Nordea Admira am 13. Mai in der Südstadt (0:3) gegen Red Bull Salzburg zwischen den Pfosten.

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