oe24-Interview

Mercedes-Boss Wolff über Flirt mit Verstappen: "Treffe Max nicht bei McDonald's"

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Nach dem Mercedes-Überraschungssieg von Russell in Spielberg hofft Silberpfeil-Boss Toto Wolff in Silverstone (So., 16 Uhr) aufs nächste Podest. Im oe24-Interview gibt der Wiener eine realistische Einschätzung und verrät, was bei seinem „Flirt“ mit Weltmeister Max Verstappen (Red Bull) läuft. 

oe24: Toto, eigentlich wollten Sie Österreichs Nationalmannschaft am 14. Juli im Finale in Berlin Daumen drücken ...
TOTO WOLFF: Das bittere Ausscheiden schmerzt auch meinen Sohn, für den Österreich der große Favorit war. Nach dem Aus von Schottland (Jacks Mutter ist die Schottin Susie Wolff, d. Red.) drückt er jetzt England die Daumen. Der Gewissenskonflikt im Semifinale Österreich – England, auf das wir gehofft hatten, bleibt ihm erspart.

oe24: Ihre Formel-1-Prognose, wonach Mercedes in Spielberg keine Chance hätte, ging auch daneben, während Red-Bull-Chef Marko eine Vorahnung hatte ...
WOLFF: Vielleicht wusste Helmut mehr – nämlich, dass sich Max (Verstappen, d. Red.) und Lando (Norris) ins Auto fahren würden (lacht). Aber als das passiert ist, waren wir zur Stelle, um daraus Kapital zu schlagen. Oder wie es George ausdrückte: die Scherben einzusammeln.

oe24: Habt ihr den ersten Mercedes-Sieg seit 2022 ausgiebig gefeiert?
WOLFF: Dazu war keine Zeit. Wenn du drei Rennen an drei Wochenenden hast, hast du wichtigere Dinge zu tun.

oe24: Was ist in Silverstone für Mercedes möglich?
WOLFF: Ich bleibe realistisch: Uns fehlen noch zwei, drei Zehntel. Wir sind sicher nicht die Favoriten, das sind Norris und Verstappen. Dahinter kommen Ferrari und wir. Es liegt alles ganz knapp beisammen.

oe24: Marko meinte, dass Verstappen auch im Auto von Norris oder Russell gewinnen würde. Pflichten Sie ihm da bei?
WOLFF: Das ist alles hypothetisch. Fakt ist, dass Max einen hervorragenden Job macht.

oe24: In Spielberg haben Sie ihm einen Wechsel zu Mercedes einmal mehr schmackhaft gemacht. Zudem hat Red-Bull-Teamchef Horner mit seinen Sticheleien gegen Verstappen-Papa Jos für Unruhe gesorgt. Steigen damit eure Chancen, obwohl sich Max bei der offiziellen Fahrer-Pressekonferenz eher halbherzig weiter zu Red Bull bekannte?
WOLFF: Wir sollten dem Thema nicht zu große Bedeutung schenken und uns darauf konzentrieren, dass wir ein siegfähiges Auto zusammen bekommen. Dann ergibt sich der nächste Schritt automatisch.

"Bin auf einer Wellenlänge" mit Jos Verstappen

oe24: In Spielberg hatten Sie ein längeres Gespräch mit Jos Verstappen – was wurde das besprochen?
WOLFF: Nichts Besonderes. Wir kennen uns schon aus früheren Zeiten als Rennfahrer und sind, was Racing betrifft, auf einer Wellenlänge.

oe24: Sie haben wie Max Verstappen Ihren Wohnsitz in Monaco. Lauft ihr euch da oft über den Weg?
WOLFF: Das passiert eher selten. Es ist nicht so, dass wir uns zufällig beim McDonald‘s treffen.

PS: Beim Österreich-GP in Spielberg wurde Wolff gefragt, ob er seine Hand dafür ins Feuer legen würde, dass Max Verstappen nächstes Jahr noch immer im Red Bull sitzt. Der Mercedes-Boss: "Ich würde meine Hand ins Feuer legen, dass Max nächstes Jahr Formel 1 fährt."

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