Kombinierer

Lamparter: "Hab mir geschworen, dass ich nicht wieder Vierter werde"

Johannes Lamparter ist mit dem Gelben Trikot und damit als heißer Medaillenkandidat in der Nordischen Kombination zu den Olympischen Spielen nach Italien gereist.  

Der Tiroler will sich in Predazzo und Tesero den Traum von Edelmetall erfüllen, nachdem er vor vier Jahren in Peking als Weltcup-Leader zweimal Vierter und einmal Sechster geworden war. Beim Gundersen-Auftakt am Mittwoch auf der Normalschanze mit 10 km Langlauf (10.00/13.45) ist Lamparter aber nicht der Goldfavorit.

Denn die kleinere Schanze und die derzeit schweren Bedingungen in der Loipe in Tesero aufgrund der warmen Temperaturen untertags kommen stärkeren Langläufern wie dem norwegischen Seefeld-Sieger Jens Luraas Oftebro und dem Deutschen Vinzenz Geiger, Peking-Olympiasieger 2022, entgegen. "Es wird ein sehr enges Springen, wir hupfen alle auf den gleichen Fleck", sagte Lamparter nach den ersten Trainingssprüngen in Predazzo. Er erwarte ein "sehr knappes Rennen", in dem er freilich ein klares Ziel hat. "Ich habe mir den ganzen Sommer geschworen, dass ich bei Olympia nicht noch einmal Vierter werden will. Ich würde gerne um eine Medaille mitfighten und etwas mitnehmen."

Lamparter freut sich auf die Großschanze

Sollte es nicht klappen, werde sich die "Kugel" aber trotzdem weiterdrehen, ergänzte der Doppel-Weltmeister von 2021. Größere Chancen rechnet sich der fünffache Saisonsieger bei den anderen beiden Medaillenentscheidungen auf der Großschanze im Gundersen (17.2.) und Teamsprint (19.2.) aus - in diesen Bewerben hatte Lamparter auch bei der WM vor fünf Jahren triumphiert. "Ich schaue ehrlich gesagt auf die Großschanze, wo man sich mehr Vorsprung herausspringen kann", gab der 24-Jährige zu.

Stefan Rettenegger war mit seinen ersten Sprüngen nicht zufrieden, er sei aber noch "positiv" gestimmt. "Ich habe viel drauf, aber am Mittwoch und nächste Woche muss es einfach passen", sagte der Salzburger. "Es ist ein enges Feld, wenn ich einen guten Tag habe, kann schon etwas Cooles passieren." Aber auch das erste Abtasten auf der Loipe war für Rettenegger am Montag zum Vergessen. "Es war extrem tief, extrem nass und extrem langsam", sagte der Gesamtzweite des Seefeld-Triples. Der Salzburger hofft nun auf bessere Bedingungen am Wettkampftag. "Wir sind eher ein bissl im Gatsch herumgehüpft."

Thomas Rettenegger will Vorsprung herausspringen

Sein um zwei Jahre älterer Bruder Thomas Rettenegger sieht es ähnlich, der stärkere Skispringer kann sich aber nach starken ersten Trainingssprüngen auch mit der Strecke gut anfreunden. "Der Flow der Runde gefällt mir ganz gut. Die Stiege sind steil und es ist eine zache Runde", sagte der 26-Jährige, der im Dezember zwei Massenstart-Weltcups gewonnen hat. Damit sicher der Kindheitstraum einer Medaille erfüllt, müsse bei ihm aber "alles super laufen" und er auch etwas Mithilfe der Konkurrenz bekommen. "Natürlich hofft man, dass sich was ausgeht", betonte er. "Spiele haben oft eigene Regeln."

ÖSV-Cheftrainer Christoph Bieler hob im Gespräch mit seinen Schützlingen das Wesentliche hervor. "Der Job ist nicht, eine Medaille zu holen. Der Job ist weit skispringen und schnell langlaufen. Wenn unsere drei Jungs das gut machen, dann weiß ich, dass wir ganz vorne dabei sind. Das ist ein feines Gefühl", sagte der Team-Olympiasieger 2006 in Turin. Lamparter wurde zudem bereits während der Saison mental auf Olympia vorbereitet. "Wir haben ein paar Mal versucht, dass er sich da hineinversetzt und bei diversen Wettkämpfen probiert, selbst Druck zu erzeugen, damit er sich daran gewöhnt", erklärte Bieler.

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