Teresa Stadlober steht vor der größten Herausforderung ihrer Karriere: Im ersten 50-km-Olympia-Marathon der Frauen will die Salzburgerin in Tesero mit einer Medaille für einen glanzvollen Schlusspunkt sorgen.
Teresa Stadlober brennt auf den historischen ersten 50-km-Langlauf-Abschlussbewerb der Frauen in der Olympia-Geschichte. Am Sonntag (10 Uhr/live ORF 1 & Sport24-Liveticker) startet die 33-Jährige in Tesero in ihr wahrscheinlich letztes olympisches Rennen. Die Salzburgerin, die 2022 Bronze im Skiathlon holte, sieht sich nach einer starken Weltcup-Saison und zwei Top-Ten-Plätzen in Italien im erweiterten Kreis der Medaillenkandidatinnen. Besonders die klassische Technik, Stadlobers Paradedisziplin, macht Hoffnung auf einen Coup.
Härteprüfung über zwei Stunden
Die Strecke im Val di Fiemme gilt als extrem anspruchsvoll: Insgesamt 1.900 Höhenmeter müssen bewältigt werden. Für die kletterstarke Stadlober ist das Profil zwar ein Vorteil, dennoch bezeichnet sie den 50er als „brutales Rennen“. Bei einer voraussichtlichen Rennzeit von über zwei Stunden wird nicht nur die körperliche Verfassung, sondern auch die mentale Stärke entscheidend sein. Trotz einer einwöchigen Rennpause und dem drohenden „Lagerkoller“ in Predazzo fühlt sich die Österreicherin bestens vorbereitet.
Duell mit Dominatorin Karlsson
Als größte Hürde auf dem Weg zum Edelmetall gilt die Schwedin Frida Karlsson, die bereits zweimal Gold bei diesen Spielen gewinnen konnte. Stadlober erwartet ein hohes Tempodiktat und frühe Attacken der Favoritin. Ein wesentlicher Faktor wird zudem das Material sein: Bei warmer Witterung und nassem Schnee ist ein schneller Ski die Grundvoraussetzung für den Erfolg. Bitter für die Vorbereitung: Da am Samstag kein Österreicher beim 50er der Männer startet, fehlen wichtige Testdaten für das Serviceteam.
Möglicher Abschied von der großen Bühne
Ob es tatsächlich der letzte Olympia-Auftritt der Radstädterin wird, lässt sie derzeit noch offen. Eine Entscheidung über das Karriereende sei noch nicht gefallen, doch ein Abschied nach diesem Marathon ist sehr wahrscheinlich. Ihr Vater und ÖSV-Langlaufchef Alois Stadlober ist jedenfalls optimistisch und traut seiner Tochter eine weitere Sternstunde zu. Die Form passe und die Chance auf eine Medaille sei absolut greifbar, betonte er vor dem großen Finale.