Rodel-Europameister Jonas Müller greift bei den Olympischen Winterspielen in Italien nach Edelmetall.
Der Vorarlberger liegt nach zwei Läufen im Eiskanal "Eugenio Monti" in Cortina d'Ampezzo auf Rang zwei und hat 0,162 Sek. Rückstand auf den deutschen Halbzeitführenden Max Langenhan. Dritter ist Dominik Fischnaller aus dem Gastgeberland (+0,298). Nico Gleirscher und Wolfgang Kindl rangieren auf sechs und sieben, die weiteren zwei Läufe folgen Sonntag ab 17.00 Uhr.
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Langenhan fuhr auf der neuen Olympiabahn in beiden Läufen jeweils Streckenrekord, nur Müller bot dem einigermaßen Paroli und hielt den Abstand auf den deutschen Weltmeister in Grenzen. Das 28-jährige ÖRV-Ass arbeitete bei seinem Olympia-Debüt wiederum auf Lokalmatador Fischnaller einen Vorsprung von 0,136 Sek. heraus, auf den viertplatzierten Letten Kristers Aparjods beträgt das Zeitpolster bereits 0,346 Sek. Der vierfache Saisonsieger Felix Loch verpatzte Tag eins, der Deutsche liegt nur auf Platz acht (+0,919).
Abendessen, Schlitten herrichten, schlafen
"Das waren jetzt zwei solide Läufe, das stimmt mich positiv für morgen. Es sind trotzdem noch ein paar Kleinigkeiten - Kurve neun, elf und 14, da lasse ich schon Zeit liegen", sagte Müller, der mit den Trainern noch einmal über das Material schauen will. "Die 16 Hundertstel können wir schon finden. Das Material ist nicht schlecht, ich glaube, das sind ganz kleine Veränderungen."
Auf dieser Bahn vier Superläufe zu fahren, sei schwierig. "Das muss der Max auch erst schaffen, das muss ich erst schaffen und die anderen auch. Wenn ich das morgen schaffe, zwei solide Läufe runterzuziehen, dann ist viel möglich." Viel an die Medaille denken möchte er nicht, sondern im olympischen Dorf Abendessen, Schlitten herrichten und irgendwann schlafen. Der Sonntag beginnt mit Physio.
Gleirscher ratlos, Kindl rätselt
Nicht nach Wunsch lief es im Cortina Sliding Center zunächst für die beiden Tiroler Gleirscher und Kindl, die mit dem Tempo der Top 3 nicht mithalten konnten. Auf den Bronzeplatz fehlt Gleirscher bereits mehr als eine halbe Sekunde. "Die zwei Zehntel, die ich gesucht habe, sind nicht gekommen. So ist man gleich ein bissl weg vom Schuss. Wir haben an der Fahrlinie gesucht und natürlich an mir und am Material. Also wir sind ein bissl ratlos", meinte der Bruder des 2018-Olympiasiegers David Gleirscher. Man werde erneut eine Nachtschicht einlegen und weiter alles probieren, auch ein anderes Set-up sei möglich.
Routinier Kindl, der in Peking vor vier Jahren Einzel-Silber gewonnen hatte, muss am Sonntag zumindest 0,582 Sek. für den Sprung aufs Stockerl aufholen. "Es war im ersten der dumme Fehler am Start, das hat extrem viel Schwung gekostet. Eher das Rätsel ist für mich der zweite Lauf. Der war echt super, aber da hat mir einfach die Zeit gefehlt", meinte er. Die Trainings seien nicht schlecht gewesen, aber vielleicht habe sich das Eis etwas verändert. "Ich habe nichts mehr zu verlieren. Jetzt muss ich volles Risiko gehen und hoffen, dass ein anderer Fehler macht. Wenn andere patzen, muss ich da sein."