'Auf Djokovic einhauen ist mir zu billig'

Jetzt spricht Thiem Klartext

'Auf Djokovic einhauen ist mir zu billig'

Weltranglistendritter Dominic Thiem im 'TT'-Interview: '(...) jetzt so auf Djokovic einhauen? Das ist mir zu billig'.

Unserem Tennis-Superstar Dominic Thiem "taugt nicht", wie "die Leute" den deutschen Tennis-Star Alexander Zverev "kritisieren". Dieser hatte nach der von mehreren positiven Corona-Fällen überschatteten Adria Tour angekündigt, sich selbst zu isolieren, wurde aber kurz nach dieser Aussage auf einer Party gefilmt. "Er wird behandelt, als wäre er ein Volksschulkind. Aber er ist ein 23-jähriger Mann. Klar hat er einen Fehler gemacht - aber ich verstehe nicht, wieso sich da jetzt alle einmischen", erklärte Thiem im Interview mit der "Tiroler Tageszeitung" (Dienstag) anlässlich seines Einladungsturniers "Thiem's 7", das am (heutigen) Dienstag in Kitzbühel beginnt (Thiem-Partie gegen 15 Uhr live im Sport24-Ticker).

Der French-Open-Finalist der vergangenen beiden Jahre gab aber auch zu, dass bei der Adria Tour "Fehler passiert sind, die mir extrem leidtun (...). Die Hygieneregeln wurden nicht eingehalten. Aber es ist gleich wie bei Zverev: Ich verstehe nicht, wieso sich so viele auf Novak Djokovic (Initiator des Turniers, Anm.) einschießen. Er hat kein Gesetz gebrochen. Das muss man auch mal klar sagen", betonte Thiem, dass er "die Kritik an uns nicht" verstehe. "Ich war jetzt in Nizza, habe Bilder von anderen Städten gesehen. Da geht es nicht anders zu als beim Turnier in Belgrad. Und dann jetzt so auf Djokovic einhauen? Das ist mir zu billig."

Thiem muss auf ein Grand-Slam-Turnier verzichten

Aufgrund der Coronakrise finden die French Open der Tennis-Profis heuer erst von 27. September bis 11. Oktober statt und damit nur zwei Wochen nach dem Finale der US-Open. Für den ÖTV-Star ergibt sich aber auch noch eine Terminkollision, da in der zweiten New-York-Woche auch sein Heimturnier in Kitzbühel (7. bis 13. September) stattfindet.

"Erst mal ist es cool, dass die French Open stattfinden. Egal ob im Mai oder im Oktober. Das Problem ist nur: Zwischen US Open und French Open sind nur zwei Wochen Abstand - bei beiden weit kommen wird fast unmöglich sein. Wenn ich die US Open richtig gut spiele, werden die French Open ganz, ganz schwer. In New York früh rausfliegen wäre dagegen besser für Paris. Ich muss eines der beiden Grand Slams opfern, so ist es im Moment".

© APA

Die Terminkollision in der zweiten US-Open-Woche bezeichnete der 26-jährige Niederösterreicher dagegen als "Win-win-Situation. Wenn ich in New York gut spiele, komme ich dort weit. Ansonsten setze ich mich in den Flieger und freue mich auf Kitzbühel. Da kann ich nur gewinnen", meinte Thiem mit Blick auf das Sandplatzturnier in Tirol, wo er Titelverteidiger wäre.

Zur geplanten Rückkehr der ATP-Tour in Washington (ab 14. August) sagte Thiem: "Das wackelt extrem. In Amerika steigen die Corona-Zahlen enorm, jetzt wurde auch Spieler Frances Tiafoe positiv getestet. Und es ist auch alles andere als sicher, dass die US Open stattfinden. Das wäre sonst der Start zurück in die Normalität."

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