Mit 28 Jahren

Kathrin Zettel erklärt Rücktritt

Kathrin Zettel erklärt Rücktritt
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Mit Kathrin Zettel tritt der nächste ÖSV-Star zurück.
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"Danke, aber es geht leider nicht mehr." Mit diesen Worten hat Skirennläuferin Kathrin Zettel mit nur 28 Jahren den Schmerzen nachgeben müssen und die Karriere beendet. Die Niederösterreicherin hat neun Weltcuprennen gewonnen (7 im Riesentorlauf, 2 im Slalom), größter Erfolg war WM-Gold in der Super-Kombination 2009, zudem errang sie WM-Slalom-Silber 2011 und Slalom-Bronze bei Olympia 2014.

Zettel will sesshaft werden
Sie habe vier Monate versucht, die Schmerzen einzudämmen. "Ich habe mir bewusst sehr viel Zeit gelassen. Ich habe gedacht, vielleicht heilt die Zeit alle Wunden. Ich habe verschiedene Therapie- und Behandlungsformen versucht. Aber bei höhere Belastung hatte ich Schmerzen." Die körperlichen Probleme wirkten sich auch auf die mentale Verfassung aus. "Es wurde härter", gestand sie. Von Folgeschäden geht sie nicht aus, das Hüftgelenk sei in Ordnung, betroffen seien die Muskeln und Sehnen.

Nun wolle sie erst einmal die Zeit genießen, mit ihrem Freund Kurt baut sie gerade "ein schönes Häuschen, da ist viel zu tun". Sie blickt der Zukunft gespannt entgegen. Und wird sie sich auch nach einem Job umsehen. Allerdings nicht im Skisport: "Ich bin sehr viel unterwegs gewesen, es war eine tolle Zeit, aber jetzt will ich sesshaft werden", meinte Zettel, die 209 Weltcuprennen bestritten hat, das erste im März 2004 in Sestriere.

ÖSV-Spitze zeigt Verständnis für Rücktritt
ÖSV-Sportdirektor Hans Pum machte keinen Hehl daraus, dass ihm die vielen Abschiede nahegehen. "Ich muss jetzt mal ein ernstes Wort reden, die vielen Rücktritte machen meine Haare auch nicht weniger grau." Als "viel zu jung" zum Aufhören bezeichnete er Zettel, zeigte aber ob des Hintergrundes Verständnis, denn die Schmerzen seien für sie oft eine größerer Gegner als die Konkurrentinnen gewesen: "Sie hat wie eine Löwin um die Karriere gekämpft. Aber es weiß niemand besser als Kathrin, wann es Zeit ist, einen Schlussstrich zu ziehen." Es tue ihm sehr leid um eine außergewöhnliche Läuferin, die in der Mannschaft irrsinnig beliebt und ein Vorbild für die Jugend gewesen sei.

"Wir waren immer ein schönes Paar", neckte ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel die neben ihm im bunten Sommerkleid und Stöckelschuhen stehende Zettel und erhielt prompt eine Umarmung. "Du bist ein großartiger Mensch, eine tolle Rennläuferin. Wir danken dir", sagte der Boss.

VIDEO: Interview mit Kathrin Zettel

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