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Mythencheck

Kraft kommt nur aus großen Muskeln. – Falsch, auch Nervensystem & Technik spielen eine Rolle!

Der Mythos, dass Kraft ausschließlich aus großen Muskeln resultiert, ist falsch. Kraft ist primär eine Frage der neuronalen Ansteuerung (Intramuskuläre Koordination) und Effizienz, nicht nur des Muskelvolumens. 

Während große Muskeln Potenzial für Kraft bieten, können kleinere Muskeln durch effektives Training überproportional stark sein, wie bei Kraftdreikämpfern.  

Faktencheck Muskelaufbau

Muskelaufbau – auch Muskelhypertrophie genannt – ist eine Anpassungsreaktion des Körpers. Ermüdet ein Muskel durch sehr schwere Arbeit wie zB. Krafttraining, nimmt er Schaden und wird im Anschluss repariert. Anschließend wird er noch ein wenig verstärkt, sprich, er wächst.

Größere Muskeln (mehr Muskelquerschnitt) können mehr Kraftpotenzial haben — aber sie sind nicht der einzige Faktor. Die Fähigkeit des Nervensystems, Muskelfasern gleichzeitig und effizient zu aktivieren, bestimmt einen großen Teil der Kraft. Gut trainierte Athleten können selbst mit vergleichsweise „kleinen“ Muskeln sehr stark sein, weil das Nervensystem besser arbeitet.  

Kraft kommt nur aus großen Muskeln. –  Falsch, auch Nervensystem & Technik spielen eine Rolle!
© oe24

Faserzusammensetzung – es gibt unterschiedliche Muskelfasertypen: 

  1. Typ-II-Fasern (schnell, kraftvoll) → mehr Kraft 
  2. Typ-I-Fasern (ausdauernder) → weniger maximale Kraft 

Zwei Personen mit gleicher Muskelgröße können unterschiedlich stark sein, weil sie unterschiedliche Faserzusammensetzungen haben.

Kraft kommt nur aus großen Muskeln. –  Falsch, auch Nervensystem & Technik spielen eine Rolle!
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Kraft hängt auch davon ab:

  • wie gut motorische Einheiten (Nerv–Muskel-Einheiten) rekrutiert werden,
  • wie koordinierte Muskelgruppen zusammenarbeiten,
  • und wie technisch sauber eine Bewegung durchgeführt wird.

Krafttraining verbessert die neuronale Effizienz (=Leistungsfähigkeit der Nervenverarbeitung), die intermuskuläre Koordination (=Zusammenspiel mehrerer Muskeln) und die Faserdicke – und nicht nur die Muskelgröße.

Kurz gesagt, mehr Muskelmasse kann zu mehr Kraft beitragen – ist also ein Faktor – jedoch nicht der einzige. Wahre Kraft ist ein Zusammenspiel aus der Muskelqualität, also was der Muskel leisten kann, dem Nervensystem – wie gut der Muskel angesteuert werden kann – und der Technik – wie effizient Kraft umgesetzt werden kann.
   

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