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Unsere Tiere

270 Beagle-Hunde werden aus den USA nach Europa geflogen

Tierversuche sind in der EU aktuell wieder stark im Fokus. In den vergangenen Jahren gab es mehrere Bürgerinitiativen dagegen. Bereits 2012 und 2013 forderte die Initiative „Stop Vivisection“ mit über 1,3 Millionen Unterschriften ein vollständiges Verbot von Tierversuchen – ohne Erfolg.  

Auch die neuere Initiative „Save Cruelty Free Cosmetics“ sammelte 2021 und 2022 mehr als 1,4 Millionen Unterschriften und verlangte ein Ende aller Tierversuche. Die Europäische Kommission reagierte zwar mit Plänen zur Reduktion und mehr Forschung an Alternativen, ein vollständiges Verbot wurde jedoch bis heute nicht beschlossen.

Am 24. April ist der internationale Tag gegen Tierversuche und zahlreiche Organisationen möchten bis dahin das Schicksal von Labortieren mehr in den Fokus rücken.

Ein aktueller Fall zeigt, welche alltäglichen Abläufe an uns Menschen völlig vorbeigehen: Ankunft in Europa, Hunde in Transportboxen, unwissend, wohin die Reise führt – Endstation: Tierversuchslabor.

So erging es vor wenigen Tagen auch 270 Beagle-Hunden. Per Charterflug wurden sie von New York nach Frankfurt gebracht. Nach Angaben von Soko Tierschutz wurden die Tiere direkt nach der Ankunft in Transportern ohne Kennzeichnung in Labore, Universitäten und Forschungseinrichtungen gebracht.

Tierschutzorganisationen wie Deutscher Tierschutzbund und Ärzte gegen Tierversuche protestieren scharf. Denn für die Hunde bedeutet der Transport meist den Beginn einer qualvollen Zeit – und am Ende den Tod im Labor.

Die Kritik richtet sich auch gegen die Herkunft der Tiere: Der größte US-Züchter für Versuchstiere, die Firma Marshall BioResources, soll jährlich rund 23.000 Hunde züchten – darunter auch Beagle, aber auch Katzen, Frettchen und Minischweine.

Abnehmer sind laut Tierschutzorganisationen unter anderem große Pharmakonzerne wie Bayer und Boehringer Ingelheim. Dass solche Praktiken Realität sind, zeigt auch ein Blick in die Vergangenheit: Eine Versuchsanlage in Mienenbüttel in Deutschland wurde erst 2021 nach massiven Protesten geschlossen, nachdem Misshandlungen von Tieren öffentlich wurden.

In Laboren werden Hunde häufig für Giftigkeitsprüfungen eingesetzt. Dabei wird ihnen über Wochen oder Monate hinweg täglich eine Testsubstanz über eine Sonde direkt in den Magen verabreicht. Die Folgen können Übelkeit, Erbrechen, Lähmungen oder Krämpfe sein. Am Ende werden die Tiere getötet, um ihre Organe zu untersuchen.

Beagle werden besonders häufig verwendet. Sie sind eigentlich bekannt für ihre neugierige und verspielte Art, ihre Anhänglichkeit und Liebe zu Menschen. Beagle sind sanft, freundlich und leicht zu begeistern – Eigenschaften, die sie zu idealen Begleitern machen und leider auch dazu, dass sie in Tierversuchen so häufig eingesetzt werden.

„Es ist an der Zeit, dass wir unser Verhältnis zu Tieren grundlegend überdenken“, sagt Kristina Wagner vom Deutschen Tierschutzbund. Sie fordert einen klaren Ausstieg aus Tierversuchen und mehr Investitionen in tierversuchsfreie Methoden.

Ein Blick auf die Zahlen zeigt: Tierversuche in der EU werden überwiegend für Grundlagenforschung sowie in der medizinischen und pharmazeutischen Entwicklung eingesetzt.

In der Grundlagenforschung geht es darum, grundlegende biologische Prozesse zu verstehen, etwa wie Gene funktionieren oder wie sich Tiere verhalten – oft ohne direkten Bezug zu einem konkreten Medikament. Genau das ist ein zentraler Kritikpunkt: Viele dieser Versuche haben keinen unmittelbaren Nutzen.
Hinzu kommen vorgeschriebene Tests, etwa bei Chemikalien, die aus rechtlichen Gründen durchgeführt werden – selbst dann, wenn es bereits alternative Methoden gibt oder Stoffe schon ausreichend getestet wurden.

Außerdem ist umstritten, wie gut sich die Ergebnisse überhaupt auf den Menschen übertragen lassen.

Unsere Tiere – Das große oe24.TV-Tierschutzmagazin von Sonntag, 12.04.2026, hier in voller Länge sehen. Nächste Ausgabe Unsere Tiere: 19.04.2026, 18:30 Uhr 

Und obwohl Tierversuche für Kosmetik in der EU offiziell verboten sind, finden Sie aufgrund von gesetzlichen Schlupflöchern immer noch statt.
Vielfach ist verbreitet, dass vegane Kosmetik oder Chemikalien automatisch auch tierversuchsfrei wären, doch das ist ein Irrtum. Auch Naturkosmetik kann mit Tierversuchen in Zusammenhang stehen.

Doch die gute Nachricht ist, es gibt zahlreiche bekannte Produkte, die in jedem Drogeriemarkt zu finden sind und nicht nur vegan, sondern auch tierversuchsfrei sind. Das Peta-Approved label auf Produkten garantiert, dass mit dem betroffenen Produkt keine Versuche an Tieren in Zusammenhang stehen.

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