Tierschutz und -wohl müssen erkämpft werden

Am 4. Oktober machen wir uns den Schutz der Tiere in unserer Gesellschaft bewusst. Doch Tierschutz ist das ganze Jahr hindurch notwendig, wie die bundesweit aktiven Tierschützer:innen aller Organisationen zeigen!

Der Welttierschutztag wird seit bald 100 Jahren begangen, nachdem die Einführung eines internationalen Tages für den Schutz der nicht-menschlichen Lebewesen bei einem der ersten internationalen Tierschutzkongresse gefordert wurde. Das jährliche Datum – der 4. Oktober – dient auch der Erinnerung an den Mönch Franz von Assissi, der im Mittelalter lebte, am 3. Oktober 1226 starb, angelehnt. Franz von Assissi erkannte, das Tiere auch fühlende Mitgeschöpfe unserer gemeinsamen Welt sind. Daher gilt der Heilige auch als erster Tierschützer der europäischen Geschichte.

Trotz der langen Geschichte zeigt ein Blick auf das Leben der meisten Tiere in Österreich jedoch rasch, dass Tierschutz nach wie vor von immenser Wichtigkeit ist. Die Fortschritte im Schutz von Tieren wurden von engagierten Tierschützer:innen hart erkämpft. Denn leider ist eines bis heute unverändert: Tiere sind vor dem Gesetz letztlich keine Personen mit Rechten, sondern eine Art Ressource, die genutzt werden kann. So lässt das Gesetz auch bis heute zahlreiche "Gründe" zu, Tieren das Leben zu nehmen, wenngleich das Tierschutzgesetz eine Tötung ohne "vernünftigen Grund" untersagt – was jedoch "vernünftige Gründe" sind, liegt an der Einstellung der Gesellschaft.

Tierschutz als individuelle Bewusstseinsbildung

Dieser Umstand macht es deutlich, wie wichtig die Arbeit und das Engagement von Tierschützer:innen sind, die mehr Bewusstsein in der Bevölkerung für das Leid von Tieren schaffen wollen. Bundesweit stehen die Aktiven von Organisationen wie der Verein gegen Tierfabriken (VGT) und andere wöchentlich für den Tierschutz auf Österreichs Straßen. Eindrucksvoll lässt sich die Wirksamkeit dieses Aktivismus an den gewonnenen Kampagnen des VGT erkennen: Ob Zucht und Tötung von Tieren für die Pelzproduktion, die Nutzung von Menschenaffen für Tierversuche oder etwa das Abschießen von eingesperrten Tieren in Jagdgattern – durch Bewusstseinsarbeit und unermüdlichen, oft jahrelangen Protest, konnte die Gesellschaft ihr Tierschutzempfinden weiter ausbauen. So sehen heute die meisten Österreicher:innen das Töten für Pelz-Mäntel nicht mehr als akzeptabel – dem passte sich auch das Gesetz an. Seit 2005 ist das Töten von Tieren für die Pelzproduktion in Österreich verboten.

Präventionsplan zur Verhinderung weiterer Pandemien gefordert

Obwohl COVID-19 alle Facetten unseres Lebens völlig verändert hat, bekämpfen Regierungen, auch in Österreich, weiterhin nur die Symptome, aber nicht die Ursache dieser zoonotischen Pandemie. Vier Pfoten fordert daher einen nationalen Vorsorgeplan zur Verhinderung von Pandemien und appelliert an die Regierung, sich auch auf internationaler Ebene für Tierschutz als Lösung einzusetzen. Vier Pfoten fordert daher von der österreichischen Regierung einen umfassenden Präventionsplan, der unter Berücksichtigung von Tier- und Naturschutzaspekten Maßnahmen gegen die Entstehung und Verbreitung weiterer zoonotischer Krankheiten beinhaltet.

Besonderes Augenmerk auf "Nutz"tiere

Obwohl die Zahl der landwirtschaftlich genutzten Tiere für die Produktion von Fleisch, Milch, Eiern und Co. unglaublich hoch ist, geraten Schweine, Rinder, Hühner oder Puten schnell in Vergessenheit. Das möchten Tierschützer:innen ändern. Viele "Nutz"tiere in Ställen leben versteckt – unscheinbare Betonbauten sind ihre meist völlig artwidrigen Lebensräume. Auslauf gibt es vor allem für Schweine und Mastvögel nur sehr sehr selten. Kaum ein Mensch bekommt diese Tiere zu Gesicht, bevor sie aufgeschnitten und leblos auf den Tellern landen. Mit eindrucksvollen und oftmals äußerst emotionalen Aktionen lassen die Aktivist:innen des VGT diese Tiere sprechen – mit Videoinstallationen, riesigen Bannern und Protestreden wird Bewusstsein für diese vergessenen Tiere geschaffen.

Tierschutz liegt an uns allen!

Neben der direkten Verantwortung der Tiernutzungsbranche und der staatlichen Apparate – wie Gesetzgebung oder Kontrollwesen – ist auch die kollektive Verantwortung der Gesellschaft und die individuelle Verantwortung jedes und jeder Einzelnen von Bedeutung. Konsumentscheidungen sind naheliegende Beispiele: Will man mit dem Kauf eine Haube mit Pelzbommeln oder der Wurstsemmel vom Schwein auf Vollspaltenboden direkt für das Leid dieser Tiere bezahlen? Oder entscheidet man sich für tierleidfreie Alternativen und pflanzliche Produkte?

Aber die Verantwortung endet nicht beim eigenen Konsum. Auch die Unterstützung von Aktivist:innen, die an vorderster Front für mehr Tierschutz eintreten und damit diversen Gefahren und Risiken ausgesetzt sind, zählt zum gelebten individuellen Tierschutz. Ebenso sind die Bildung und Weiterbildung eines selbst und der Menschen im eigenen Umfeld ein wichtiger Bestandteil.

Unsere Tiere – Das große oe24.TV-Tierschutzmagazin von Sonntag, 10. Oktober 2021, hier in voller Länge sehen.

Nächste Ausgabe Unsere Tiere: 17. Oktober 2021, 18:30 Uhr.



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