"Mutwillig gelegt“

6 Tote in Schweizer Bus: War es ein Terror-Anschlag?

Der Brand im Linienbus wurde laut Polizei „mutwillig gelegt.

Bei einem verheerenden Brand in einem Linienbus sind in der Schweiz sechs Menschen ums Leben gekommen. Mindestens vier weitere seien verletzt worden, berichtete die Polizei im Kanton Freiburg am Abend. Drei seien in einem kritischen Zustand. Auch ein Rettungssanitäter wurde bei dem Einsatz in der Ortschaft Kerzers verletzt.

Die Polizei ermittelt zur Brandursache. "Eine vorsätzliche Tat könnte die Ursache für dieses Drama sein", teilte sie am späten Abend mit. Man geht davon aus, dass der Brand „mutwillig“ gelegt wurde." Ob es sich möglicherweise um einen Terroranschlag handelt, sei derzeit noch unklar, so die Ermittler.

Augenzeuge: Benzin absichtlich in Brand gesetzt

Die Zeitung "Blick" zitiert einen Augenzeugen, nach dessen Angaben ein Mann Benzin im Bus ausgeschüttet und sich selbst in Brand gesetzt haben soll. Diese Angaben sind auch bei der Polizei eingegangen, wie eine Sprecherin bei einer Pressekonferenz sagt. Bestätigen könne sie das zunächst nicht.

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Der Bus des Unternehmens Postauto verkehrte auf einer Strecke zwischen der Ortschaft Düdigen und Kerzers. Postauto verbindet in der Schweiz vor allem ländliche Gebiete. Kerzers liegt etwa 26 Kilometer westlich von Bern. Der Brand sei kurz vor der Endstation in Kerzers ausgebrochen.

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Meterhohe Flammen

Die Polizei konnte zunächst keine Angaben zur Zahl der Passagiere im Bus machen oder ob der Busfahrer unter den Opfern war. Die Identifizierung der Opfer sei im Gange. Auch, ob die Person, die den Brand möglicherweise gelegt hat, unter den Opfern war, blieb zunächst offen.

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In sozialen Medien kursierten dramatische Bilder und Videos von dem brennenden Bus. Darauf sind meterhohe Flammen zu sehen. Eine riesige Rauchsäule stieg in den Himmel. Die Feuerwehr löschte die Flammen, aber der Bus brannte völlig aus. Auf den Bildern sind zahlreiche Menschen zu sehen, die den brennenden Bus mit Handy-Kameras filmen.

Identifizierung der Toten dürfte länger dauern

Die Identifizierung der sechs Toten wird nach Angaben der Polizei womöglich mehrere Tage in Anspruch nehmen. Die dazu notwendigen forensischen Arbeiten laufen, wie ein Sprecher der Kantonspolizei Freiburg sagte. Wie lange die Identifizierung genau dauern wird, könne er nicht mit absoluter Sicherheit abschätzen, sagte Martial Pugin, Chef der Abteilung Kommunikation und Prävention der Kantonspolizei Freiburg, auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA am Mittwochfrüh.

Die Freiburger Behörden wollen am Mittwoch um 14 Uhr bei einer Pressekonferenz über die aktuelle Lage informieren.

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