Auf beliebten italienischen Urlaubsinseln wächst die Sorge vor akuter Wasserknappheit. Besonders auf den Äolischen Inseln schlagen Touristiker Alarm, da Engpässe für Gäste und Einheimische drohen.
Ausgerechnet vor Beginn der Sommersaison spitzt sich die Lage rund um Stromboli und die Äolischen Inseln zu. Ohne eine ausreichende Wasserversorgung drohen massive Probleme für Hotels, Gastronomie und die gesamte Infrastruktur.
- Preis-Irrsinn: 3.000 Euro für Liege am Strand
- Jesolo führt Rauchverbot am Strand ein
- Nur 5 Euro: Die günstigsten Freibäder des Landes
Die Abhängigkeit der Inseln vom Tourismus ist enorm, während in der Hochsaison der Wasserbedarf rasant ansteigt und die natürlichen Ressourcen begrenzt bleiben. Vertreter der Tourismusbranche und Hoteliers warnen eindringlich, dass sich der Tourismus ohne gesicherte Mindestversorgung nicht aufrechterhalten lässt.
Anlage liefert zu wenig Wasser
Im Zentrum der Kritik steht die Leistungsfähigkeit der technischen Infrastruktur. Die zentrale Entsalzungsanlage erreicht statt der theoretischen Kapazität von 9.000 Kubikmetern pro Tag im Schnitt lediglich 4.100 bis 4.200 Kubikmeter. Noch gravierender war die Situation in den Wintermonaten Dezember und Januar, als die Produktion durch technische Störungen zeitweise auf rund 2.100 Kubikmeter täglich einbrach. Aktuell liegt der Wert bei etwa 3.700 Kubikmetern und damit weiterhin deutlich unter dem erforderlichen Mindestbedarf.
Forderung nach sofortigem Handeln
Zusätzlich verschärft wird die Lage dadurch, dass zusätzliche Wasserlieferungen per Schiff für April und November nicht vorgesehen sind. Selbst die eingeplanten Mengen für Mai und Oktober gelten als unzureichend. Branchenverbände fordern nun vom italienischen Umweltministerium und der Region Sizilien sofortige Maßnahmen. Verlangt werden unter anderem der kurzfristige Einsatz zusätzlicher Tankschiffe, eine grundlegende Überarbeitung der Versorgungsstrategie sowie ein technisches Krisentreffen.
Tiefer liegende Probleme in Süditalien
Die aktuellen Engpässe auf den Inseln sind jedoch nur ein Symptom eines weitreichenderen Problems in Süditalien. Veraltete Leitungsnetze sorgen dafür, dass ein erheblicher Teil des aufbereiteten Trinkwassers durch Lecks verloren geht, bevor es die Verbraucher erreicht. Zugleich verändern sich die Niederschlagsmuster: Regen fällt seltener gleichmäßig und häufiger in kurzen, intensiven Schüben, wodurch das Wasser ungenutzt abfließt und nicht gespeichert werden kann. Auch die Landwirtschaft verschärft die Situation durch hohe Entnahmen, die zu sinkenden Grundwasserpegeln führen.