Biden: Corona "wie Lauffeuer" unter Ungeimpften

Kritik an Covid-Politik

Biden: Corona "wie Lauffeuer" unter Ungeimpften

In Bundesstaaten mit geringerer Impfquote Infektionsrate "zehn bis zwanzig Mal so hoch".

Das Coronavirus verbreitet sich in den USA nach Ansicht von Präsident Joe Biden "wie ein Lauffeuer unter den Ungeimpften". Dies sei "herzzerreißend" - vor allem, weil Covid-19 inzwischen dank der Impfungen eine "vermeidbare" Erkrankung sei, sagte Biden am Dienstag im Weißen Haus. In den Bundesstaaten mit geringerer Impfquote sei die Rate der Infektionen "zehn bis zwanzig Mal so hoch" wie in den Staaten mit der höchsten Impfquote.

Biden forderte alle Amerikaner erneut mit Nachdruck auf, sich rasch impfen zu lassen. Es gebe immer noch rund 90 Millionen Menschen, die impfberechtigt seien, aber noch keine einzige Spritze bekommen hätten, mahnte er. Geimpfte Menschen würden sich nur sehr selten mit Corona infizieren, noch seltener bei einer Infektion ins Krankenhaus müssen und fast nie an den Folgen der Infektion sterben, betonte Biden. "Wir erleben eine Pandemie der Ungeimpften", sagte Biden.

Florida und Texas

Gleichzeitig kritisierte Biden einige republikanische Gouverneure für ihre Corona-Politik. "Wenn Sie schon nicht helfen, dann gehen Sie wenigstens den Leuten aus dem Weg, die versuchen, das Richtige zu tun", forderte Biden am Dienstagnachmittag (Ortszeit). Zwei US-Bundesstaaten nannte er explizit als Negativbeispiele. "Nur zwei Staaten, Florida und Texas, sind für ein Drittel aller neuen Covid-19-Fälle im ganzen Land verantwortlich."

In einigen Bundesstaaten sei die Maskenpflicht an Schulen verboten, monierte Biden. In Texas könnte für Universitäten sogar eine Geldstrafe fällig werden, wenn Lehrkräfte ungeimpfte Studierende zum Tragen einer Maske auffordern. Die beiden republikanischen Gouverneure Greg Abbott aus Texas und Ron DeSantis aus Florida haben sich zuletzt besonders laut gegen eine Maskenpflicht in ihren Staaten ausgesprochen und diese gar verboten.

Google, Netflix und Disney

 "Nutzen Sie Ihre Macht, um Leben zu retten", forderte Biden. "Wir brauchen Führungsstärke von allen. Und einige Gouverneure sind nicht bereit, das Richtige zu tun, um diese Pandemie zu bekämpfen." Der Demokrat lobte zudem ausdrücklich öffentliche und private Arbeitgeber, die für Ihre Mitarbeiter eine Impfpflicht eingeführt haben. Dies sei kein einfacher Schritt, aber er werde die Unternehmen und Behörden dabei unterstützen, versprach Biden.

Er wolle sich auch bei Unternehmen wie Google, Netflix, Disney und Walmart bedanken, fügte er hinzu. Andere hätten es abgelehnt, ihre Bemühungen zu verstärken. "Das finde ich enttäuschend", sagte Biden. Die US-Regierung hatte vergangene Woche angekündigt, dass ihre Mitarbeiter - landesweit sind das mehrere Millionen - künftig entweder ihre Impfungen nachweisen müssen oder sich regelmäßig auf eine Infektion testen lassen müssen.

Gesundheitsbehörde

Im Juni war die Zahl der Corona-Neuinfektionen in den USA im Durchschnitt auf rund 10.000 pro Tag gesunken gewesen. Inzwischen stieg die Zahl aber wegen der besonders ansteckenden Delta-Variante im Schnitt wieder auf gut 80.000 pro Tag an. Die Zahl der Todesfälle pro Tag liegt nun im Durchschnitt bei rund 350, wie Zahlen der Gesundheitsbehörde CDC zeigten. Die Impfkampagne in den USA kommt nur noch schleppend voran. Bisher sind fast 50 Prozent der Gesamtbevölkerung von rund 330 Millionen Menschen vollständig geimpft, rund 58 Prozent haben mindestens die erste Spritze bekommen.
 



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