Nach dem schrecklichen Brand zu Silvester in einer Bar in Crans-Montana warten viele Angehörige weiter auf Informationen, nun konnten die ersten Todesopfer identifiziert werden.
Die Ursache für den verheerenden Brand im Schweizer Skiort Crans-Montana wird klarer: Laut Staatsanwaltschaft deutet alles darauf hin, dass das Feuer von Wunderkerzen ausging, die auf Champagnerflaschen angebracht waren und zu nahe an die Decke kamen. So habe sich das Feuer sehr schnell ausgebreitet, sagte Generalstaatsanwältin Béatrice Pilloud am Freitag. Die Zahl der Toten lag weiterhin bei 40, die der Verletzten stieg auf 119.
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Im Zusammenhang mit dem Inferno in der Bar "Le Constellation" konnte die Kantonspolizei nun die ersten Opfer identifizieren und ihen Familien übergeben. Bei den mittlerweile bekannten Opfern handelt es sich um vier Schweizer Staatsbürger. Zwei Frauen im Alter von 21 und 16 Jahren, sowie zwei Jungen im Alter von 18 und 16 Jahren.
113 Verletzte identifiziert
Von den 119 Verletzten waren am Freitagnachmittag 113 identifiziert, wie der Walliser Polizeikommandant Frédéric Gisler bekannt gab. 71 von ihnen stammen aus der Schweiz, 14 aus Frankreich, elf aus Italien, vier aus Serbien. Aus Bosnien, Polen, Belgien, Luxemburg und Portugal stammt je eine verletzte Person. In den übrigen Fällen ist die Nationalität noch nicht bekannt. Wie das österreichische Außenministerium am späten Freitagnachmittag auf APA-Anfrage mitteilte, gibt es weiterhin keinerlei Informationen, dass auch Österreicher unter den Toten und Verletzten sind.
Die Behörden gehen weiterhin von 40 Todesopfern aus, wie Gisler sagte. Zuvor hatte Sicherheitsdirektor Stéphane Ganzer darauf hingewiesen, dass viele der Verletzten nach wie vor in den Spitälern um ihr Leben kämpften. 80 bis 100 befanden sich demnach noch in kritischem Zustand. Die schreckliche Bilanz von 40 Todesopfern könnte sich daher noch verschlimmern, sagte Ganzer. Menschen mit Verbrennungen dritten Grades auf etwa 15 Prozent der Körperoberfläche hätten ein erhöhtes Risiko, in den Stunden und Tagen nach dem Unfall zu sterben.
Der Geschäftsführer der Krankenhäuser im Kanton Wallis, Eric Bonvin, sagte der Nachrichtenagentur AFP, dass nach dem Unglück eingelieferte Patienten nicht nur Verbrennungen, sondern auch Knochenbrüche davongetragen hätten. Wahrscheinlich seien viele Knochenverletzungen bei dem panischen Ansturm auf den Ausgang der Bar entstanden.
Verlegungen ins Ausland
Etwa 50 Schwerstverletzte wurden zur Behandlung in spezialisierte Verbrennungszentren im Ausland verlegt, darunter in Polen, Deutschland, Frankreich und Italien. Daneben haben auch Schweden und Nordmazedonien ihre Hilfe angeboten. Auch die Europäische Union bot Unterstützung an. "Wir stehen mit den Schweizer Behörden in Kontakt, um über den EU-Katastrophenschutzmechanismus medizinische Hilfe für die Opfer bereitzustellen", teilte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen auf X mit.