Deutscher Botschafter sorgt für Empörung in Serbien

Diplomat hatte von Serbien gefordert, nicht weiter UN-Mitgliedschaft des Kosovo zu blockieren.

Belgrad/Berlin/Pristina (Prishtina) (APA/dpa) - Der deutsche Botschafter in Serbien, Heinz Wilhelm, hat mit einem Interview für Empörung in diesem Balkanland gesorgt. Das Wilhelm-Interview in der Belgrader Zeitung "Novosti" sei eine "bewusst hervorgerufene Provokation", kritisierte der Vorsitzende des Kosovo-Ausschusses im serbischen Parlament, Milovan Drecun am Donnerstag in Belgrad. Die Aussage des Botschafters, Serbien dürfe nicht weiter die Mitgliedschaft Kosovos in internationalen Organisationen blockieren und solle über den Beitritt Pristinas zu den Vereinten Nationen verhandeln, sei ein "Diktat", sagte der Spitzenpolitiker der größten Regierungspartei weiter.

Die oppositionelle DSS-Partei verlangte von der heimischen Staats- und Regierungsspitze, sie müsse den Botschafter zur Rede stellen. Deutschland belege damit einmal mehr sein "imperiales Verhältnis zu Serbien" und betrachte diesen Staat als "seinen Erbfeind".

Serbien hat bisher die Mitgliedschaft seiner früheren Provinz Kosovo, die seit fünf Jahren unabhängig ist, in fast allen internationalen Organisationen blockiert. Belgrad erkennt die Unabhängigkeit des fast nur noch von Albanern bewohnten Nachbarstaats nicht an. Zur Zeit vermittelt die EU zwischen den beiden verfeindeten Nachbarn, um die Beziehungen zu verbessern.



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