Deutscher Kanzler

"Haben wir noch nie gesehen" - Merz-Absturz immer schlimmer

Die deutsche Bundesregierung steckt wenige Monate nach Amtsantritt in einer tiefen Umfragekrise.  

Besonders die schlechten Zustimmungswerte für Bundeskanzler Friedrich Merz und die Regierungsparteien überraschen nun sogar erfahrene Meinungsforscher.

Vor dem Koalitionsausschuss am Dienstagabend sprach der Chef des Meinungsforschungsinstituts Forsa, Peter Matuschek, gegenüber der BILD von einer Entwicklung, die es in dieser Form noch nicht gegeben habe. Im Podcast von Paul Ronzheimer erklärte er: „Die beiden Regierungsparteien haben über ein Drittel ihrer Substanz verloren – von ihren ja schon schlechten Wahlergebnissen.“ Weiter sagte Matuschek: „Das hat doch eine neue Qualität, die wir so noch nicht gesehen haben.“

Im Sinkflug

Besonders drastisch fallen die aktuellen Umfragewerte aus: In einer Forsa-Erhebung von Anfang Mai kommt die Union nur noch auf 22 Prozent, die SPD auf 12 Prozent. Die AfD liegt mit 27 Prozent deutlich vorne. Gleichzeitig äußerten sich 87 Prozent der Befragten unzufrieden mit der Bundesregierung. Für Kanzler Friedrich Merz fielen die Werte ebenfalls verheerend aus: Nur 13 Prozent zeigten sich zufrieden mit seiner Arbeit.

Auch diese Zahlen überraschen selbst erfahrene Demoskopen. „Wir haben noch mal geschaut in unserem Archiv, wir haben jetzt keine gefunden“, sagte Matuschek mit Blick auf vergleichbar schlechte Kanzlerwerte. Zwar habe es auch bei früheren Regierungschefs schlechte Phasen gegeben, doch: „Dass jemand unter 15 Prozent Zufriedenheit bekommen hat, das haben wir so bisher noch nicht gesehen.“

Als Gründe nennt der Meinungsforscher gegenüber der BILD vor allem enttäuschte Erwartungen, gebrochene Wahlversprechen und mangelnde Führungsstärke. Dies habe zu einem Vertrauensverlust „in einem atemberaubenden Tempo“ geführt. Auch die SPD sieht er in einer schwierigen Lage. Besonders kritisch bewertet Matuschek die Parteiführung um Lars Klingbeil und Bärbel Bas. Die Partei verliere zunehmend auch in den Bundesländern an Rückhalt. Zudem hätten viele Wähler Schwierigkeiten, die Doppelspitze nachzuvollziehen: „Zwei Vorsitzende, die ja offenbar auch nicht in die gleiche Richtung marschieren.“

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