Der faschistische Diktator Benito Mussolini (1883-1945) bleibt Ehrenbürger der Stadt Trient.
Trotz einer Initiative zur Aberkennung scheiterte der Antrag im Gemeinderat an der notwendigen Mehrheit. Bei der Abstimmung am Dienstagabend gab 28 Ja-Stimmen, 2 Enthaltungen und 10 nicht abgegebene Stimmen. Damit wurde die erforderliche qualifizierte Mehrheit nicht erreicht.
Franco Ianeselli, Bürgermeister von Trient und Chef der Mitte-links-Mehrheit, bezeichnete die Nicht-Aberkennung als "eine Schande" und "eine Beleidigung unserer Geschichte". Er erinnerte an die Rolle Trients im Widerstand gegen die deutsche Besatzung, die Verbrechen des faschistischen Regimes, darunter rassistische Gesetze, politische Morde und den Eintritt Italiens in den Zweiten Weltkrieg.
Mitte-links-Mehrheit empört
Die Mitte-links-Mehrheit äußerte "große Bestürzung und tiefe Enttäuschung" über das Wahlergebnis und betonte die symbolische Bedeutung der Aberkennung zur Definition der Werte der Gemeinschaft. Sie warfen den Verweigerern vor, den Schutz der geheimen Abstimmung missbraucht zu haben, um einer klaren Positionierung zum Faschismus auszuweichen.
Vertreter der Rechtsparteien betonten, ihrer Ansicht nach gehöre Mussolini der Vergangenheit an, und Ehrenbürgerschaften würden mit dem Tod des Empfängers ihre Wirkung verlieren. Eine Aberkennung hätte daher keine praktischen Konsequenzen.
Die Debatte über die Ehrenbürgerschaft Mussolinis ist nicht neu. Mehrere Gemeinden in Italien hatten während des faschistischen Regimes Mussolini die Ehrenbürgerschaft verliehen. Viele Städte hatten dies später widerrufen, andere nicht.