Keine Reise in die Ukraine

EU: Total-Boykott der Fußball-EM

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Wegen Janukowitsch-Politik. Laut Erklärung der EU-Delegation in Kiew.

 Aus Protest gegen die Politik von Präsident Viktor Janukowitsch wird die gesamte EU-Kommission der Fußball-Europameisterschaft in der Ukraine fernbleiben. Das geht aus einer am Donnerstag von der EU-Delegation in der ukrainischen Hauptstadt Kiew veröffentlichten Erklärung hervor.

Die Führung in Kiew steht wegen ihres Umgangs mit der inhaftierten Oppositionspolitikerin Julia Timoschenko massiv unter Beschuss. "EU-Kommissionspräsident (Jose Manuel) Barroso hat nicht die Absicht, in die Ukraine zu reisen oder an den Veranstaltungen im Zusammenhang mit der Euro-2012 teilzunehmen", hieß es in der auf der Facebook-Seite der EU-Vertretung veröffentlichten Erklärung. "Diese Haltung wird von allen EU-Kommissaren geteilt." Barroso selbst hatte bereits zuvor angekündigt, dass er nicht in die Ukraine reisen werde.

Protest gegen Umgang mit Timoschenko
Aus Protest gegen den Umgang der ukrainischen Behörden mit Timoschenko forderten bereits zahlreiche Politiker einen Boykott der Fußball-Europameisterschaft in der Ukraine, die in wenigen Wochen gemeinsam mit Polen Gastgeberland ist. Gemeint war die Teilnahme von Politikern nicht die Abhaltung der Spiele an sich. In Kiew soll überdies am 1. Juli das Endspiel ausgetragen werden.

Die an Bandscheibenproblemen leidende Timoschenko verbüßt in der Ukraine eine siebenjährige Haftstrafe wegen Amtsmissbrauchs. Die ehemalige Regierungschefin protestiert seit dem 20. April mit einem Hungerstreik gegen ihre Haftbedingungen. Sie wirft Präsident Janukowitsch vor, die Prozesse gegen sie seien ausschließlich politisch motiviert. Viele Politiker in der EU stimmen mit dieser Einschätzung überein.

Putin bietet Timoschenko Behandlung in Russland an
Der russische Präsident Wladimir Putin hat sich für eine Behandlung der inhaftierten, ukrainischen Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko in Russland ausgesprochen. Moskau übernehme die erkrankte Oppositionsführerin "gerne", falls sie selbst dies wünsche und die Führung in Kiew zustimme, sagte Putin am Donnerstag nach Angaben der Agentur Interfax in Moskau.

Er kritisierte erneut die Verurteilung von Timoschenko zu sieben Jahren Haft wegen eines angeblichen fehlerhaften Gasvertrags. Das Abkommen sei rechtens, betonte Putin. Er kritisierte zugleiche westlichen Politiker für ihren Boykott der Fußball-Europameisterschaft in der Ukraine.

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