Gefrorenes Herz

Fall Domenico (2): In DIESER Box wurde das Herz transportiert

Nach der missglückten Herztransplantation bei einem zweijährigen Buben in Neapel, der am Samstag gestorben ist, laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. 

Inspektoren des italienischen Gesundheitsministeriums besuchten das Krankenhaus Bozen, in dem im Dezember das Spenderherz entnommen worden war. Als das Organ in Neapel ankam, wurde es dem kleinen Buben transplantiert, doch es war beschädigt, wie die Ermittler in Neapel feststellten.

 Die Staatsanwälte sind der Ansicht, dass beim Transport des Organs von Bozen nach Neapel etwas schiefgelaufen sei. Das Spenderherz soll in einer einfachen Kühlbox aus Hartplastik transportiert worden sein. Das Gefäß war einem ähnlich, das man benutzt, um Getränke und Speisen bei Ausflügen kühl zu halten. Ein Foto der Box wurde von italienischen Medien veröffentlicht.

Komplikationen bei Entnahme des Spenderherzens

Das Transplantationsteam soll die Box nach Bozen mitgebracht und zum Transport verwendet haben. Ersten Erkenntnissen zufolge soll für die Schädigung des Organs aber die Art des verwendeten Kühlmittels entscheidend gewesen sein. Das Organ soll auf Trockeneis gebettet worden sein, welches es buchstäblich zum Erfrieren brachte. Zur Kühlung von Spenderorganen wird normales Eis benutzt, da dieses Temperaturen von null bis vier Grad plus erreicht - je nach Lagerung. Trockeneis wird hingegen zur extremen Kühlung bis circa minus 78 Grad genutzt.

In einer dem römischen Gesundheitsministerium übermittelten Sachverhaltsdarstellung aus Bozen heißt es, dass es im Verlauf der Entnahme des Spenderherzens zu Komplikationen gekommen sei. Im Operationssaal soll es bei der Entnahme des Organs auch Spannungen gegeben haben, wie mehrere Zeitungen am Donnerstag berichten. Die Ermittler werden zudem zu klären haben, ob die Ärzte, die in Bozen operiert hatten, dann tatsächlich ihre Kollegen in Neapel, die die Transplantation des kleinen Buben durchführen sollten, über die Schwierigkeiten bei der Entnahme informiert hatten. Die Analyse der sichergestellten Mobiltelefone könnte darauf nur teilweise eine Antwort geben. Derzeit wird jedoch nicht gegen Ärzte ermittelt, bestätigte der Anwalt der Familie, Francesco Petruzzi.

Termin für Beerdigung wegen Ermittlungen noch unklar

Der Fall beschäftigt ganz Italien. Premierministerin Giorgia Meloni rief vergangene Woche die Mutter des Buben an, um ihre Solidarität auszudrücken. Aufgrund der laufenden Ermittlungen ist noch unklar, wann die Beerdigung des Zweijährigen stattfindet.

Fehler im Artikel gefunden? Jetzt melden.
OE24 Logo
Es gibt neue Nachrichten