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Geiselnahme in Gefängnis

Geiseldrama: Häftling forderte Freilassung & 2 Döner

Ein rumänischer Häftling, der eine Psychologin in seine Gewalt brachte, forderte seine Freilassung und zwei Döner.

Lübeck. Fünf Stunden war eine Mitarbeiterin in der Gewalt eines Häftlings: Eine Geiselnahme im Gefängnis von Lübeck ist am Montag unblutig zu Ende gegangen. Laut Polizei konnte der Täter nach rund fünf Stunden "durch Spezialkräfte überwältigt werden und wurde dabei leicht verletzt. Die befreite Frau blieb dabei unverletzt". Das teilten die Einsatzkräfte am Montagabend mit.

Die Mitarbeiterin der Justizvollzugsanstalt wurde am Abend ärztlich betreut. Polizisten kamen bei dem Einsatz nicht zu Schaden. Der bewaffnete Mann hatte die Frau am Nachmittag gegen 15.00 Uhr in seine Gewalt gebracht.
 

Kuriose Forderungen

 
Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur soll es sich bei dem Mann um einen rumänischen Sexualstraftäter handeln. Sein Opfer ist demnach Psychologin. Die Polizei will am Dienstag weitere Informationen zu dem Geiseldrama veröffentlichen.
 
Laut der deutschen "Bild" soll der Häftling ein Entlassungsschreiben mit Unterschriften vom Lübecker Bürgermeister Jan Lindenau und der Chefin der Justizvollzugsanstalt Silke Nagel gefordert haben. Kurios soll auch seine zweite Forderung gewesen sein: Der Geiselnehmer forderte die Beamten auf, ihm zwei Döner auszuhändigen.
 
Die Polizei hatte nach Bekanntwerden der Geiselnahme Spezialkräfte angefordert. Rund um das Gefängnis kam es zu Verkehrsbehinderungen. Am Abend waren drei Detonationen vom Gelände der Anstalt zu hören, mutmaßlich handelte es sich dabei um den Zugriff der Beamten.
 
 
 
 

Nicht der erste Zwischenfall

 
 
Der Fall vom Montag war nicht die erste Geiselnahme im Lübecker Gefängnis. Zu Weihnachten 2014 hatten vier Männer einen Justizvollzugsbeamten in ihre Gewalt gebracht, um ihre Flucht aus der Haft zu erzwingen. Der Versuch scheiterte, die Männer wurden vor gut zwei Jahren zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.
 
Im Juli 1997 hatte ein Mann in der JVA Lübeck einer Sozialpädagogin nach einem Gespräch in ihrem Büro plötzlich ein selbst gebasteltes Messer an den Hals gehalten und sie rund ebenfalls fünf Stunden in seiner Gewalt behalten. Das Ganze wurde unblutig beendet, als der Geiselnehmer mit der Frau das Gefängnis in einem präparierten Fluchtauto verlassen wollte. Bei der Geisel hatte es sich damals um die Frau des damaligen Leitenden Oberstaatsanwalts gehandelt. Der Täter wurde später zu fünf Jahren Haft verurteilt.
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