Busen-Pfuscher wieder frei

Gegen Kaution

Busen-Pfuscher wieder frei

Jean-Claude Mas ist gegen Zahlung einer Kaution nicht mehr in Haft.

Die Luft ist raus: Silikon-Papst Jean-Claude Mas (72), der Gründer des Implantate-Herstellers PIP (Poly Implant Prothèse), konnte am Donnerstag in seinem Landhaus an der französischen Mittelmeerküste verhaftet werden. Gegen die Zahlung einer Kaution in Höhe von 100.000 Euro wurde er später aber wieder freigelassen. Zuvor hatte Mas bei einer Vernehmung "hunderte Fragen" beantwortet, teilte Yves Haddad, der Anwalt von Mas, mit
Bis zu 500.000 Frauen in aller Welt, darunter auch mehr als hundert Österreicherinnen, wurden giftige Brust-Implantate seiner Firma eingesetzt.

Der Zugriff sei im Zuge der Ermittlungen wegen „fahrlässiger Tötung und Verletzung“ erfolgt, sagte Staatsanwalt Jacques Dallest in Marseille nicht ohne Stolz – und ergänzte: Auch der Finanzchef des 2010 Pleitegegangenen Unternehmens, Claude Couty, sei den Ermittlern ins Netz gegangen.


Haftstrafen
Die legendären Sonnenuntergänge an der Côte d’Azur werden die beiden bizarren Manager wohl nicht so bald live bewundern können: Die Staatsanwaltschaft ermittelt unter anderem wegen Irreführung über die Eigenschaften des Produkts, Fälschung und Gefährdung des Lebens anderer. Für diese Vergehen sind Haftstrafen von bis zu vier Jahren vorgesehen.

Skandal
Die Vorgeschichte ist der reinste Horror: Das Unternehmen PIP verwendete für die Brustimplantate minderwertiges Industrie-Silikon. Die Folgen: Die Kissen können leichter platzen, das Silikon zu Entzündungen im Körper führen. Das Material soll Krebs auslösen können. Der Pfusch fiel aber erst auf, als Ärzte immer mehr Französinnen mit geplatzten PIP-Implantaten nachoperieren mussten.

Panik
Die französische Aufsichtsbehörde für Medizinprodukte hat mittlerweile alle PIP-Implantate aus dem Handel nehmen lassen und veranlasste einen spektakulären Rückruf. Noch vor Weihnachten empfahl die Behörde 30.000 Frauen, sich die Silikonkissen herausnehmen zu lassen. Panik bei den Betroffenen war die Folge. Die Arzneimittelbehörde in Paris zählt bisher 20 Krebsfälle unter Französinnen mit den von Mas produzierten Skandaleinlagen.

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