In England breitet sich eine gefährliche Infektion weiter aus: Nach einem Meningitis-Ausbruch steigt die Zahl der Fälle erneut. Die Behörden schlagen Alarm – und reagieren mit drastischen Maßnahmen.
Nach dem Ausbruch in Südengland wurden weitere Infektionen mit Meningokokken der Untergruppe B gemeldet. Die bestätigten Fälle stiegen von sechs auf neun. Insgesamt gibt es bereits 15 bestätigte Infektionen sowie zwölf Verdachtsfälle.
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Zwei junge Menschen gestorben
Die Situation ist besonders ernst: In den vergangenen Tagen sind zwei junge Menschen an der Krankheit gestorben – eine 18-jährige Schülerin sowie ein Student der University of Kent. Die meisten Betroffenen mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden.
„Sehr ungewöhnlicher Ausbruch“
Ein Experte der Gesundheitsbehörde sprach von einem „sehr ungewöhnlichen Ausbruch“. Besonders auffällig sei, dass viele Fälle offenbar auf ein einzelnes Ereignis zurückzuführen sind. Die Behörden prüfen aktuell einen möglichen Zusammenhang mit einem Nachtclub in Canterbury.
Personen, die sich Anfang März dort aufgehalten haben, wird geraten, sich vorsorglich behandeln zu lassen.
Groß angelegte Maßnahmen
Um die Ausbreitung einzudämmen, läuft bereits ein gezieltes Impfprogramm.
Zudem erhalten Tausende Menschen vorsorglich Antibiotika – darunter auch Studierende der Universität.
Auch Fall in Frankreich
Die Auswirkungen reichen bereits über Großbritannien hinaus: In Frankreich wird ein Mann behandelt, der zuvor in Kent war. Sein Zustand ist stabil. Meningokokken B können schwere Hirnhautentzündungen und Blutvergiftungen auslösen. Die Krankheit kann sich rasch verschlimmern. Erste Symptome sind oft grippeähnlich – doch im schlimmsten Fall drohen Organversagen, Hirnschäden oder ein septischer Schock.
Ansteckung im Alltag möglich
Die Bakterien werden durch Tröpfcheninfektion übertragen – etwa beim Husten, Niesen oder Küssen. Mediziner raten: Schon bei Verdacht sollte sofort mit einer Antibiotika-Behandlung begonnen werden.