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Der libysche Ex-Diktator Muammar al-Gaddafi ist durch Schussverletzungen ums Leben gekommen. Das bestätigte ein Arzt im Krankenhaus von Misrata, in das der Leichnam von Sirte aus gebracht worden war. Gaddafi sei am Kopf und am Bauch von Schüssen getroffen worden, sagte der Arzt dem Nachrichtensender Al-Jazeerara. Der 20-jährige Rebell Mohammed al-Bibi wird jetzt als Held gefeiert: Er soll dem Diktator die Todes-Schüsse verpasst haben. Gaddafi selbst soll noch gefleht haben: "Nicht schießen, nicht schießen". Der Diktator war mit einem goldenen Colt bewaffnet. Doch in seiner letzten Stunde half auch dieser nicht. Der Rebell drückte ab. Gaddafi erlag seinen Verletzungen.
Der Vize-Vorsitzende des libyschen Nationalrates, Abdulhafiz Ghoga, hat den Tod Gaddafis ebenfalls bestätigt. "Wir können der Welt bekanntgeben, dass Muammar al-Gaddafi von Rebellenhand getötet wurde", erklärte er auf einer Pressekonferenz in Benghazi. "Die Tyrannei von Gaddafi ist damit zu Ende, das Kapitel ist abgeschlossen."
In diesem Loch versteckte sich der meistgesuchte Mann der Welt bis zuletzt:
MOHAMMED MUAMMAR AL-GADDAFI: Der älteste Sohn Gaddafis wurde 1970 geboren und ist das einzige Kind aus Gaddafis erster Ehe mit Fatiha al-Nouri, von der sich der Machthaber im gleichen Jahr scheiden ließ. Er war Vorsitzender der staatlichen Post- und Telekommunikationsgesellschaft. Er floh am 29. August nach Algerien.
SEIF AL-ISLAM AL-GADDAFI: Er galt lange als möglicher Nachfolger seines Vaters an der Staatsspitze. Häufig zeigte sich Saif al-Islam, der in Wien und London studierte, bei Fernsehauftritten, in denen er in perfektem Englisch über nötige Reformen in seinem Land sprach. Zu Beginn der Proteste versprach er Veränderungen, schlug dann aber einen zunehmend unversöhnlicheren Ton an. Nach der Eroberung von Tripolis durch die Aufständischen Ende August war der 39-Jährige untergetaucht. Am Samstag wurde der mit internationalem Haftbefehl Gesuchte im Süden des Landes festgenommen.
SAADI AL-GADDAFINach einer Sperre wegen Dopings verzichtete er auf eine Karriere als Profifußballer und widmete sich ab 2004 seiner Tätigkeit als Vorsitzender der libyschen Investmentgesellschaft Lafico. Außerdem machte der 1973 geborene Saadi Karriere in der Armee, wo er eine Eliteeinheit führte. Saadi galt als Anhänger von Reformen und einer Öffnung des Landes. Er setzte sich am 11. September in den Niger ab.