Verwirrung um Gaddafi-Sohn

Saif-al Islam angeblich festgenommen

Über den Verbleib von Gaddafis bekanntestem Sohn gibt es Spekulationen.

Wilde Spekulationen gab es den ganzen Freitag über das Schicksal von Gaddafis Sohn Saif al-Islam, Nach einem Bericht des Senders Al-Arabiya soll er festgenommen worden sein, andere Quellen sprachen schon am Donnerstag davon, Saif al-Islam sei getötet worden.

Der Diktatorensohn soll laut Al-Arabiya in dem Ort Slitan 160 Kilometer von Tripolis leicht verletzt in Gewahrsam genommen worden sein. Die Meldung konnte allerdings nicht bestätigt werden. Nach Angaben des Nationalen Übergangsrates war er zuvor auf der Flucht von Sirte in Richtung der Grenze zum Niger verfolgt worden.  Laut Meldungen am Donnerstag war Saif al-Islam zuvor - offenbar fälschlich - gemeinsam mit seinem Vater für tot erklärt worden.

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Enge Verbindung nach Österreich
Saif al-Islam (geb. 1972) hatte wie sein Vater enge Verbindungen zu Österreich. Sein Vorname wurde mit "Schwert des Islams" übersetzt. Nach einem Studium der Architektur und Wirtschaftswissenschaften in Tripolis, Wien und London gründete er 1999 die formal unabhängige Gaddafi-Stiftung für Entwicklung. Der umtriebige Saif al-Islam, der in Österreich als enger Freund des Kärntner Landeshauptmanns Jörg Haider bekannt wurde, galt als potenzieller Nachfolger seines Vaters.


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    Während des Bürgerkrieges in seinem Land trat er öffentlich mit Durchhalteparolen in Erscheinung. Der Internationale Strafgerichtshof stellte im Juni gegen ihn und seinen Vater Haftbefehle wegen schwerer Kriegsverbrechen aus. Der libysche Übergangsrat vermutete ihn zuletzt in der Wüstenstadt Bani Walid, eine der letzten Bastionen des Gaddafi-Clans.

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    Motassim (Mutassim) Billah al-Gaddafi (geb. 1975) absolvierte eine militärische Ausbildung in Libyen und Ägypten. Nach einem Zerwürfnis mit dem Vater floh er vorübergehend nach Ägypten. Später durfte er zurückkehren und befehligte die einflussreiche Präsidentengarde. In den vergangenen Jahren wurde Motassim Billah wiederholt vom Vater mit wichtigen politischen und diplomatischen Aufgaben betraut. Er war Mitte Oktober in Sirte gefasst worden.

    In Abwasserkanal versteckt
    Der gestürzte libysche Machthaber Muammar al-Gaddafi hatte sich vor seiner Festnahme in einem Abwasserkanal in Sirte versteckt. Er habe "Nicht schießen, nicht schießen" gerufen, berichtete ein Kämpfer der Übergangsregierung am Donnerstag. Nach Angaben des libyschen Fernsehsenders wurden auch Gaddafis Sohn Mutassim und Geheimdienstchef Abdallah Senussi sowie Gaddafis Ex-Verteidigungsminister getötet. Gaddafi selbst wurde bei der Gefangennahme zunächst schwer verletzt. Schüsse trafen ihn in die Beine und in den Kopf. Er erlag seinen schweren Verletzungen, als Getreue ihn aus Sirte schaffen wollten. Augenzeugen zufolge wurde er aus einer 9mm-Pistole getroffen. Ein 20-Jähriger will die Schüsse abgefeuert haben.

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      Goldener Revolver
      Seinen goldenen Revolver trug Muammar al-Gaddafi offenbar bis zum Ende bei sich - dann nahmen die Milizen ihm seine Waffe als Kriegstrophäe ab. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie Kämpfer eine goldene Pistole in die Luft reckten und den Tod des ehemaligen libyschen Diktators feierten.

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