Autobombe Irak

Irak

Mindestens 55 Tote bei Anschlagserie

Von Schiiten dominierte Bezirke Bagdads im Fokus: Leichen von 14 Entführten in Wüste gefunden

Im Irak sind bei einer Serie von rund einem Dutzend Bombenanschlägen am Montag mindestens 55 Menschen getötet worden. Ziel der Angriffe waren vor allem die von Schiiten dominierten Bezirke der Hauptstadt Bagdad, wo insgesamt neun Autobomben explodierten. In der südlich von Bagdad gelegenen Stadt Basra starben bei zwei Anschlägen mindestens 14 Menschen. Damit stieg die Zahl der Opfer von Gewalttaten seit vergangener Woche auf etwa 200.

Autobombe forderte 12 Menschenleben
Am Montagnachmittag explodierte im Norden Bagdads auf einem belebten Marktplatz eine Autobombe und riss mindestens zwölf Menschen in den Tod. 26 weitere wurden nach Angaben von Polizei und Sanitätern verletzt. Auch im Osten der Stadt explodierte eine Autobombe auf einem Marktplatz und tötete sieben Menschen. Mindestens 22 Menschen kamen bei einer Explosionsserie in weiteren von Schiiten bewohnten Stadtvierteln ums Leben.

In der ebenfalls vor allem von Schiiten bewohnten Stadt Basra tötete ein in einem Fahrzeug versteckter Sprengkörper neun Menschen. "Die Explosion traf eine Gruppe von Tagelöhnern, die sich um einen Sandwich-Kiosk versammelt hatten", sagte ein Polizist. Die zweite Autobombe zündete nach Polizeiangaben in einem Busbahnhof der Stadt.

Entführungsopfer tot gefunden
In der westlichen Provinz Anbar wurden die Leichen von 14 am Samstag Entführten gefunden. Darunter seien sechs Polizisten gewesen, hieß es in Polizei- und Sicherheitskreisen. Die Leichname seien mit Einschüssen im Kopf und der Brust in der Wüste gefunden worden.

Die Auseinandersetzungen zwischen Schiiten und der Minderheit der Sunniten haben nach dem Abzug der US-Truppen im Dezember 2011 erneut einen Höhepunkt erreicht. Nach Angaben der Vereinten Nationen starben im vergangenen Monat mehr als 700 Menschen bei Anschlägen und Angriffen. Die Gewalt geht vornehmlich von Ablegern der Extremistenorganisation Al-Kaida und anderen sunnitischen Gruppen aus, die mit vielen Anschlägen die von Schiiten dominierte Regierung schwächen wollen. Zudem verschärft sich die Lage im Irak zunehmend durch den Bürgerkrieg im Nachbarland Syrien. Bisher hat sich zu der erneuten Anschlagsserie allerdings keine Gruppe bekannt.

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