Der Krieg mit dem Iran könnte für die USA längerfristige Folgen haben: Laut einer Analyse sind wichtige Waffenlager der amerikanischen Armee stark geschrumpft. Bis die Bestände wieder vollständig aufgefüllt sind, könnten mehrere Jahre vergehen.
Wie AP News unter Berufung auf eine Untersuchung des Washingtoner Thinktanks CSIS berichtet, haben die USA im Iran-Krieg große Mengen an Präzisionswaffen verbraucht. Besonders betroffen seien zentrale Waffensysteme, die in den Angriffen regelmäßig eingesetzt wurden.
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Dem Bericht zufolge könnte es bis zu drei Jahre dauern, ehe die Lagerbestände wieder ein ähnliches Niveau wie vor Kriegsbeginn erreichen.
Tausende Raketen verbraucht
Besonders stark betroffen seien laut AP News Marschflugkörper und Luftabwehrsysteme. Im Zuge der Angriffe auf iranische Ziele sollen die USA mehr als 1.000 Tomahawk-Raketen eingesetzt haben. Auch bei Patriot-Abwehrraketen dürfte der Verbrauch enorm gewesen sein. Laut Analyse wurden rund 1.500 dieser Systeme benötigt, deutlich mehr, als derzeit jährlich produziert werden.
Zudem kamen über 1.100 Luft-Boden-Marschflugkörper zum Einsatz. Die Industrie arbeite nun daran, die Produktion deutlich hochzufahren.
Sorge wegen China
Die mögliche Versorgungslücke bereitet Experten Sorgen, insbesondere mit Blick auf China. Peking verfolgt seit Jahren das Ziel, militärisch für einen möglichen Konflikt um Taiwan gerüstet zu sein. Fachleute warnen, dass die USA in den kommenden Jahren verwundbarer sein könnten, solange wichtige Bestände noch nicht ersetzt wurden. "Die Vereinigten Staaten verfügen über ausreichend Munition für jedes denkbare Szenario im Iran-Krieg, doch die erschöpften Bestände haben ein Zeitfenster der Verwundbarkeit für einen potenziellen Konflikt im Westpazifik geschaffen", heißt es in dem Bericht von CSIS.
Weiter heißt es: "China ist sich der Tatsache sehr wohl bewusst, dass es keine aktuelle Kampferfahrung besitzt und in seinem letzten Krieg – gegen Vietnam 1979 – schlecht abgeschnitten hat“
Milliarden für neue Waffen
Politisch herrscht in Washington offenbar Einigkeit darüber, die Waffenproduktion massiv auszubauen. Sowohl Republikaner als auch Demokraten unterstützen laut Medienberichten höhere Investitionen. Die US-Regierung plant für 2027 ein Militärbudget in Billionenhöhe. Gleichzeitig soll die Produktion wichtiger Raketen- und Abwehrsysteme deutlich steigen.
Experten sehen jedoch das größte Problem derzeit nicht beim Geld, sondern bei der Zeit. Komplexe Lieferketten und lange Produktionsprozesse könnten den Wiederaufbau der Bestände verzögern.