Rishikesh

Ihr drohen bis zu drei Jahre Haft

Nacktvideo auf heiliger Brücke: 27-Jährige in Haft

Die 27-jährige Französin veröffentlichte Video zu Werbezwecken im Internet.

Neu-Delhi. Weil sie ein Nacktvideo von sich auf einer als heilig angesehenen Ganges-Brücke gedreht haben soll, ist eine 27-jährige Französin in Indien festgenommen worden. Der gegen Kaution freigelassenen Frau drohen im Falle einer Verurteilung bis zu drei Jahre Haft. Sie entschuldigte sich am Sonntag für das Video - betonte aber zugleich, dass sie nicht völlig nackt gewesen sei.

Nach Polizeiangaben war die Französin am Donnerstag festgenommen worden, nachdem sie im Internet ein Video veröffentlicht hatte, das sie nackt auf der bei Touristen beliebten Fußgängerbrücke Lakshman Jhula zeigte. Weltberühmt geworden war die Brücke nach einer Indien-Reise der Beatles; bis heute ist sie ein Magnet für Backpacker und Yogis.

Anklage wegen Verstoßes gegen das Internetgesetz

Der Frau drohe nun eine Anklage wegen Verstoßes gegen das indische Internetgesetz, teilte die Polizei der nordostindischen Stadt Rishikesh am Samstag mit. "Vielleicht gelten solche Dinge in Frankreich nicht als anstößig", sagte der örtliche Polizeichef R.K. Saklani der Nachrichtenagentur AFP. Rishikesh sei jedoch eine heilige Stadt und die Lakshman-Jhula-Brücke gemäß der hinduistischen Lehre von den Gottheiten Ram, Lakshman und Sita überquert worden.
 
Nach ihrer Festnahme habe die Französin den Beamten gesagt, sie stelle Perlenketten her, die sie im Internet verkaufe, sagte Saklani. Mit dem Nacktvideo habe sie ihr Unternehmen bewerben wollen. Auch in einem Hotelzimmer habe die Frau Nacktaufnahmen gemacht. Ihr Handy sei beschlagnahmt worden.
 
Die 27-Jährige erklärte dagegen gegenüber AFP, sie habe das Video gedreht, um gegen sexuelle Nachstellungen zu protestieren. Diese seien auf der Lakshman-Jhula-Brücke an der Tagesordnung. "Jedes Mal, wenn ich sie überquere, werde ich sexuell belästigt." Außerdem habe sie sich für das Video nur teilweise ausgezogen und sei nicht komplett nackt gewesen, erklärte die junge Frau weiter.


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