Im Prozess um den gewaltsamen Tod des achtjährigen Fabian kommt es überraschend zu einer Änderung.
Am Donnerstag steht vor dem Landgericht Rostock der fünfte Verhandlungstag im Mordprozess gegen die 30-jährige Gina H. an. Die Frau steht im Verdacht, den Jungen im Oktober 2025 getötet zu haben. Laut Anklage soll sie Fabian mit mehreren Messerstichen getötet und anschließend versucht haben, Spuren zu verwischen, indem der Körper angezündet wurde. Die Beschuldigte schweigt bislang zu den Vorwürfen. Für sie gilt die Unschuldsvermutung.
- Knalleffekt im Fall Fabian: Ermittlungen gegen Vater
- Mordfall Fabian: „Aussage, die Sie umhauen wird“
Großmutter soll über Familienverhältnis sprechen
Ursprünglich war für den Verhandlungstag die Aussage einer Polizeibeamtin vorgesehen. Nun wird stattdessen die Mutter von Fabians Vater als Zeugin erwartet. Nach Angaben des Gerichts war die Frau ohnehin als Zeugin vorgesehen. Im Fokus dürfte vor allem die Beziehung zwischen Fabian, seinem Vater und der Angeklagten stehen. Die Staatsanwaltschaft hofft offenbar auf neue Erkenntnisse über das familiäre Zusammenleben sowie die Entwicklung des Kontakts zwischen Vater und Sohn.
Vater erneut im Mittelpunkt
Besonders brisant bleibt die Rolle von Fabians Vater. Der Mann hatte vor Gericht erklärt, wieder mit der Angeklagten liiert zu sein, obwohl sie seit Monaten in Untersuchungshaft sitzt. Zugleich betonte er mehrfach, an ihre Unschuld zu glauben.
Die Staatsanwaltschaft sieht seine Aussagen inzwischen kritisch. Laut Oberstaatsanwalt Harald Nowack habe der Vater frühere Angaben mehrfach verändert oder abgeschwächt. Gegen ihn wird mittlerweile wegen des Verdachts der Falschaussage ermittelt. Nowack äußerte zudem Zweifel an dessen Verhalten im Verfahren. So habe sich der Vater weder der Nebenklage angeschlossen noch Einsicht in die Akten beantragt. Nach Einschätzung der Ermittler könnte die Angeklagte gezielt Einfluss auf ihn genommen haben.
Prozess wohl länger als geplant
Für zusätzliche Aufmerksamkeit hatten zuletzt Aussagen aus Fabians Umfeld gesorgt, darunter frühere Lehrer und enge Freunde des Kindes. Eigentlich sind die Verhandlungstage derzeit bis Anfang Juli angesetzt. Das Gericht deutete jedoch bereits an, dass weitere Termine notwendig werden könnten.