Beisetzung von Kim Jong-il
Nordkorea: Abschied vom "geliebten Führer"
Trauernde Menschenmassen säumten die Straßen von Pjöngjang.
Mit einer pompös inszenierten Staatstrauer hat die Atommacht Nordkorea vom verstorbenen Diktator Kim Jong-il Abschied genommen. Das Staatsfernsehen zeigte am Mittwoch Bilder, wie der mit weißen Blumen und einer Parteifahne geschmückte Sarg des Machthabers in einem Autokorso durch Pjöngjang geführt wurde. Vor dem Leichenwagen fuhr eine Limousine mit dem überdimensionales Bild des vor knapp zwei Wochen verstorbenen Staatschefs.
Nach zehn Tagen organisierter Massentrauer säumten noch einmal Zehntausende Nordkoreaner bei starkem Schneefall die Straßen der Hauptstadt, um Kim die letzte Ehre zu erweisen. Viele Menschen, darunter etliche Soldaten, weinten offenbar zügellos oder standen mit gesenkten Häuptern.
Beisetzung von Kim Jong-il
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Den Leichenwagen begleiteten der Sohn und nicht einmal 30-jährige Nachfolger des Diktators, Kim Jong-un, sowie dessen Onkel Jang Song-thaek (Sung-taek) sowie der Stabschef der Armee, Ri Yong-ho. Ihre herausragende Stellung bei der Zeremonie lässt auch auf die künftigen Machtverhältnisse schließen. Kim Jong-un selbst gilt als politisch wie militärisch unerfahren.
Kim Jong-il ist nach offizieller Darstellung am 17. Dezember im Alter von 69 Jahren an den Folgen eines Herzinfarkts gestorben. Er war 17 Jahre an der Macht gewesen. Unter seiner Herrschaft starben nach Schätzungen Hunderttausende von Nordkoreanern an Hunger.
Mit dem Machtwechsel in Pjöngjang verbindet sich die Frage, wie sich das Land künftig im Streit über seine Atompolitik verhält. Kim Jong-il hatte sich zuletzt mehrfach zu neuen Atomgesprächen mit den USA, China, Südkorea, Russland und Japan bereiterklärt. Eine konkrete Zusage gab es jedoch bisher nicht.
Einem US-Experten zufolge kann Nordkorea wahrscheinlich früher als bisher erwartet eine Atomrakete einsatzfähig machen. Es werde wahrscheinlich nur noch ein bis zwei Jahre dauern, bis der kommunistische Staat einen nuklearen Raketensprengkopf einsatzbereit habe, schreibt der ehemalige Top-Experte eines überparteilichen Forschungsdienstes des US-Kongresses, Larry Niksch, in einem jüngst veröffentlichten Papier. Bisher galt eine Zeitspanne von fünf Jahren als realistisch.
Nordkoreanische Regimegegner schickten unterdessen während einer Versammlung im südkoreanischen Paju an großen Ballons befestigte Flugblätter nach Nordkorea. Darin riefen sie zum Kampf gegen die "kommunistische Dynastie der Kims" auf. Als Anreiz für die Lektüre der Flugblätter versahen sie diese mit Ein-Dollar-Scheinen.
Zuvor war der Trauerzug von dem Mausoleum aus an Hunderttausenden Menschen vorbei durch die verschneite nordkoreanische Hauptstadt gefahren. Zum Ende der Prozession spielte ein Militärorchester die nordkoreanische Nationalhymne und die Ehrengarde marschierte auf. Die Zeremonie wurde im Staatsfernsehen übertragen.
Das nordkoreanische Fernsehen zeigte am Dienstag zunächst gedrehte Aufnahmen von Kim Jong-un, der sich vor dem gläsernen Sarg seines Vaters verneigt, aus. Später folgte nach eigenen Angaben eine Live-Berichterstattung mit Bildern der schwarzen Limousine mit dem Riesenporträt. Dahinter folgte eine andere Limousine mit einem weißem Blumengesteck, gefolgt von einem langen Wagen mit dem schwarzen Sarg des verstorbenen "Geliebten Führers", bedeckt von einer roten Fahne. Rechts vom Leichenwagen ging Kim Jong-un, gefolgt von seinem Onkel Jang Song-thaek. Auf der linken Seite eskortierten mehrere militärische Würdenträger den Wagen.
Zahllose Soldaten standen entlang der Strecke. Kim Jong-il, der nach dem Tod seines Vaters Kim Il-sung das Land seit 1994 mit eiserner Faust regierte, starb nach Angaben nordkoreanischer Medien am 17. Dezember im Alter von 69 Jahren an einem Herzinfarkt. Sein jüngster Sohn Kim Jong-un wurde von den Staatsmedien bereits zum "obersten Führer" der Partei, des Staats und der Streitkräfte ausgerufen.
Die staatlich ausgerufene Trauerzeit für Kim Jong-il soll an diesem Donnerstag mit einer landesweiten Gedenkfeier und drei landesweiten Schweigeminuten zu Ende gehen. Nach offizieller Darstellung war Kim am 17. Dezember im Alter von 69 Jahren an den Folgen eines Herzinfarkts gestorben.
Kim, der das hoch gerüstete, aber verarmte Land 17 Jahre lang mit eiserner Faust regiert hatte, hatte auch einen bizarren Personenkult von seinem noch immer gottgleich verehrten Vater übernommen.
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