Anklage dauert

Breivik wird nächstes Jahr Prozess gemacht

Der Fall ist so umfassend, dass erst zum Jahreswechsel der Prozess beginnt.

 Der Attentäter von Norwegen, Anders Behring Breivik, kommt nach der Ermordung von 76 Menschen erst im nächsten Jahr vor Gericht. Norwegens Generalstaatsanwalt Tor-Aksel Busch sagte dem Rundfunksender NRK am Donnerstag, der Fall mit den zwei Terroranschlägen sei so umfassend, dass die Ausarbeitung einer Anklageschrift längere Zeit dauern werde. Die Anklage könne "frühestens zum Jahreswechsel" erhoben werden.

Massaker auf der Insel
Breivik hatte am vergangenen Freitag auf der Insel Utöya mindestens 68 Teilnehmer eines sozialdemokratischen Sommerlagers für Jugendliche getötet. Vorher hatte er eine Bombe vor dem Osloer Regierungshochhaus platziert, acht Menschen starben bei einer gewaltigen Explosion.

Als Motiv gab er an, er habe den in Norwegen regierenden Sozialdemokraten "größtmöglichen Schaden" zufügen wollen. Geir Lippestad, der Verteidiger des nach dem Massaker festgenommenen und geständigen Täters, hält Breivik für geisteskrank.

Details der Festnahme
Sekunden vor der Festnahme des Attentäters sollte  Breivik durch Schüsse unschädlich gemacht oder getötet werden. Wie die norwegische Nachrichtenagentur NTB am Donnerstag unter Berufung auf Polizeikreise berichtete, hatten Angehörige der Eliteeinheit bereits auf Anders Behring Breivik angelegt.

Schießbefehl in letzter Sekunde zurückgenommen
Als sich einer der Polizisten sicher war, dass der 32-Jährige unbewaffnet war, wurde der Schießbefehl in letzter Sekunde zurückgenommen. Ausschlaggebend sei gewesen, dass Breivik keinen Sprengstoff am Körper trug, hieß es. Der Attentäter kam mit erhobenen Armen auf die Beamten zu.

500-Kilogramm-Bombe
Die Zeitung "Aftenposten" berichtete, dass die Polizei Breivik auf Überwachungskameras im Osloer Regierungsviertel schon vor Beginn des des Massakers auf Utöya als Täter identifizieren konnte. In Oslo hatte er einen gemieteten Kleintransporter mit 500 Kilogramm Sprengstoff geparkt, ehe er in einem anderen Mietwagen zur 40 Kilometer entfernten Insel Utöya weiterfuhr.

Polizei: Suche im Fjord wird fortgesetzt
Die Suche nach möglichen weiteren Opfern wird an Land beendet, im umliegenden Tyrifjord aber fortgesetzt. Wie die Zeitung "VG" am Donnerstag in ihrer Online-Ausgabe berichtete, "präzisierten" die Behörden mit dieser Mitteilung frühere Angaben, wonach die Suche ganz beendet worden sei.

Weiter hieß es, man sei sich völlig sicher, dass auf der Insel keine weiteren Opfer des Massakers vom letzten Freitag seien. Ob und wie viele Vermisste es über die bisher sicheren 68 Opfer hinaus gibt, will die Polizei nicht mitteilen.
 

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