Hier sprengt sich das "Cowgirl" in die Luft

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Hier sprengt sich das "Cowgirl" in die Luft

Hasna Ait Boulahcen sprengte sich am Mittwoch in die Luft.

Als sich Hasna Ait Boulahcen am Mittwoch beim Zugriff der französischen Polizei selbst in die Luft sprengte, wollte sie vermutlich mehrere Beamte mit in den Tod reißen. Noch vor wenigen Monaten war die junge Frau auf Partys unterwegs und wurde wegen ihrer Vorliebe für Cowboyhüte von ihren Freunden "Cowgirl" genannt. Jetzt tauchte ein Video auf, das den Moment zeigen soll, in dem die Frau ihren Sprenggürtel zündete.

VIDEO: "Cowgirl" sprengt sich in die Luft

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Radikalisierung
Erst in den vergangenen Monaten verwandelte sich Boulahcen in eine Extremistin im Bann ihres Cousins Abdelhamid Abaaoud, dem mutmaßlichen Drahtzieher der Pariser Anschläge vom vergangenen Freitag. Er wurde beim Polizeizugriff am Mittwoch im Pariser Vorort Saint-Denis an der Seite von Boulahcen getötet.

Auf einem von Nachbarn aufgenommenen Video vom Mittwoch sind Boulahcens letzte Worte zu hören. "Wo ist Dein Freund?", ruft ein Polizist durch die Panzertür der Wohnung. "Wo ist er?" "Er ist nicht mein Freund", ruft sie mit schriller Stimme zurück. Dann sind mehrere Detonationen zu hören. Die Ermittler gehen davon aus, dass Boulahcen eine Sprengstoffweste zündete - sie wäre damit die erste weibliche Selbstmordattentäterin Frankreichs.

Schuf sich eigene Welt
Im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP bestätigen ihre Mutter und ihr Bruder, sie hätten auf dem Video die Stimme erkannt. "Sie war instabil, sie schuf sich ihre eigene Welt", sagt ihr Bruder, der anonym bleiben wollte. Sie habe sich vor einem halben Jahr plötzlich radikalisiert und einen Nikab getragen, der nur einen Sehschlitz freilässt. "Sie hatte sich bis dahin nie mit Religion befasst, ich habe sie nie einen Koran aufschlagen sehen."

"Das war Gehirnwäsche", sagt die 58 Jahre alte Mutter, mit der sie bis vor wenigen Wochen im Pariser Vorort Aulnay-sous-Bois zusammenwohnte. Die Nachbarin Sofiane erinnert sich an die Redegewandtheit der jungen Frau, sie sei aber auch "ein bisschen verrückt" gewesen. "Sie tauchte manchmal vor einem auf und fing an zu rappen."

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Wutausbrüche
Als Teenager sei sie schwieriger geworden, habe Wutausbrüche gehabt und sei abends immer wieder ausgebüxt, sagt die Gastmutter. Im Alter von 15 Jahre verließ Boulahcen dann ihre Pflegefamilie.

Aus Ermittlerkreisen verlautete, es sei gegen die junge Frau auch wegen Drogenverstößen ermittelt worden. In letzter Zeit habe sie fast ihre ganze Zeit mit ihrem Smartphone verbracht, auf Facebook und im Chatdienst WhatsApp, sagt ihr Bruder. Vor drei Wochen dann sei sie mit einem Freund in den Vorort Drancy unweit von Aulnay-sous-Bois gezogen. "Wir sind sehr traurig wegen der ganzen Opfer", fügt der Bruder noch hinzu.
 

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