Schnellverfahren gegen Berlusconi abgelehnt

Antrag

Schnellverfahren gegen Berlusconi abgelehnt

Wegen Bestechung eines Senators - Zudem reicht er Einspruch gegen Unterhalt für Ex-Ehefrau ein

Eine Untersuchungsrichterin in Neapel hat am Dienstag einen Antrag der Staatsanwälte auf ein Schnellverfahren gegen Italiens Ex-Premier Silvio Berlusconi wegen Bestechung eines Senators abgelehnt. Dies teilten die Verteidiger Berlusconis mit. Laut der Richterin seien die gegen Berlusconi gesammelten Beweise nicht so gravierend, dass sie die Eröffnung eines Schnellverfahrens gegen den Mitte-Rechts-Chef rechtfertigen würden. Die Staatsanwälte werden jetzt die Eröffnung eines normalen Verfahrens gegen den Medienzaren beantragen, verlautete aus Justizkreisen.

Der ehemalige PdL-Senator Sergio De Gregorio, seit vergangener Woche unter Hausarrest, steht im Mittelpunkt einer heiklen Untersuchung, bei der Berlusconi wegen Bestechung angeklagt ist. Der Medienzar soll demnach im Jahr 2006 den Senator und Mitte-Links-Politiker De Gregorio bestochen haben, damit er in das damals oppositionelle Berlusconi-Lager wechselte

Die Parlamentswahlen 2006 hatte die Mitte-Links-Koalition unter Ex-Regierungschef Romano Prodi, der auch De Gregorio angehörte, knapp gewonnen. Wenige Monate später schloss sich der Senator jedoch der Opposition Berlusconis an, was dazu beitrug, dass die Regierung 2008 zusammenbrach. Aus den darauffolgenden Wahlen ging Berlusconi klar als Sieger hervor. De Gregorio gab zu, von Berlusconi zwei Millionen Euro in bar erhalten zu haben. Berlusconi erwiderte auf die Vorwürfe der Justizbehörden, dass De Gregorio von den Staatsanwälten gezwungen worden sei, zu lügen. Sie hätten ihm mit Haft gedroht, hätte De Gregorio ihn - Berlusconi - nicht belastet, sagte der Medienzar.

Italienischer Ex-Premier will nicht drei Millionen Euro im Monat zahlen
Der italienische Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi hat bei einem Berufungsgericht in Mailand Einspruch gegen ein Urteil eingereicht, das ihn zur Zahlung eines Unterhalts von drei Millionen Euro im Monat an seine Ex-Ehefrau Veronica Lario zwingt. Das Berufungsgericht wird voraussichtlich bis April entscheiden müssen, ob der Ex-Premier weiterhin die hohe Summe an die Ex-Frau zahlen muss, berichteten italienische Medien am Dienstag. Berlusconi hatte vergebens versucht, sich mit Veronica Lario über einen geringeren Unterhalt zu einigen.

Indiskretionen zufolge sei Berlusconi bereit, der 56-jährigen Lario die Villa in Macherio bei Mailand zu überlassen, in der sie mit dem Ex-Premierminister und den gemeinsamen drei Kindern über 20 Jahre lang gelebt hatte. Dafür soll der Monatsunterhalt um die Hälfte reduziert werden.

Das Paar hatte sich im Mai 2009 getrennt. Lario hatte bei einem Mailänder Gericht eine Scheidungsklage eingereicht, in der sie die Untreue ihres Mannes für das Scheitern der Ehe verantwortlich machte. Berlusconi hatte sich zuletzt zum Opfer von "drei feministischen und kommunistischen Richterinnen" erklärt, die ihn zur Zahlung eines Rekordunterhalts für seine ehemalige Ehefrau verurteilt hatten.

Im Mai 2009 hatte Veronica Lario international für Aufregung gesorgt, als sie die Scheidung öffentlich ankündigte und mit Berlusconis Teilnahme an einer Geburtstagsparty der damals gerade erst 18 Jahre alt gewordenen Schülerin Noemi Letizia begründete. Auch, dass etliche Showgirls und Models von Berlusconis Partei als Kandidatinnen für die Europawahl aufgestellt wurden, führte sie als Grund an.

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