Syrien: Westen bereit für Krieg

USA und England planen Angriff

Syrien: Westen bereit für Krieg

Israels Präsident forderte offen ein Eingreifen, um die Chemiewaffen „zu beseitigen“.

Es ist die letzte Chance, die Diktator Bashar al-Assad (47) nun ergreift, um eine Intervention des Westens abzuwenden: Gestern stimmte er zu, ein UN-Team den verheerenden Giftgas-Angriff im Großraum Damaskus vom vergangenen Mittwoch untersuchen zu lassen. Allerdings behielt er sich vor, „das Datum und die Uhrzeit für diesen Besuch festzulegen“.

Dass es den verheerenden Giftgasangriff mit bis zu 1.300 Toten tatsächlich gab, ist mittlerweile durch die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen bewiesen. Rebellen und Regierung beschuldigen sich seit Tagen gegenseitig, für das Massaker verantwortlich zu sein.
 

Kriegsrhetorik deutet auf baldige Intervention hin
Indessen wird ein Militärschlag des Westens vorbereitet: US-Präsident Barack Obama und sein engster Verbündeter, Briten-Premier David Cameron, kündigten eine „ernste Antwort“ an und halten sich „alle Optionen“ offen. Frankreichs Präsident François Hollande sprach von „zahlreichen Hinweisen“, die alle zu Assads Armee führten. Israels Premier Shimon Peres forderte den Westen auf, die Chemiewaffen in Syrien „zu beseitigen“. Der Aufruf von Papst Franziskus, den Krieg in Syrien zu beenden, blieb ungehört.

Stattdessen berieten demonstrativ die Generalstabschefs der USA, Groß­britanniens, Frankreichs, Deutschland, der Türkei und Saudi-Arabiens über den Syrien-Konflikt. Die Aufgabenverteilung scheint klar: Die USA, England und Frankreich stellen Kampfjets, die Türkei und Saudi-Arabien die Militärbasen. Und Deutschland wird einmal mehr zahlen.

 

Ärzte ohne Grenzen: 3.600 Gas-Opfer kamen in die Krankenhäuser

Es sind erschütternde Details, die die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen am Wochenende veröffentlichte: In nur drei Stunden seien am Mittwoch der Vorwoche 3.600 Verletzte in drei Krankenhäuser im Großraum Damaskus eingeliefert worden. Alle hatten dieselben Symptome: stark verengte Pupillen, unkontrollierte Zuckungen, schwere Atemprobleme – alles Beweise für einen Giftgas-Angriff. Laut Ärzte ohne Grenzen starben in den Spitälern 355 Menschen, Rebellen sprechen von 1.300 Toten.

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