Südkorea
Todes-Fähre: Kapitän ging schon einmal unter
Seefahrer mit 40 Jahren Berufserfahrung führte die "Sewol" in die Katastrophe.
„Die Taten des Kapitäns und einiger Besatzungsmitglieder waren vollkommen unverständlich, inakzeptabel und kamen Mord gleich.“ Mit scharfen Worten verurteilte Südkoreas Präsidentin Park Geun-hye die Crew der Sewol. Die Fähre war am Mittwoch mit 476 Passagieren gesunken.
Die Crew habe die Passagiere „im Stich gelassen“, jetzt sollen die Verantwortlichen rasch vor Gericht, so Park. Am Montag wurden vier weitere Crewmitglieder verhaftet. Doch die Hauptverantwortung wird bei Kapitän Lee Joon-seok (69) gesucht.
ging schon einmal unter
Genau auf dieser Strecke kenterte die Fähre - den Passagieren wurde per Lautsprecher befohlen, sich ruhig zu verhalten und sich nicht zu rühren. Das geht aus Smartphone-Videos von Überlebenden hervor. Die meisten hielten sich daran.
Lee selbst rechtfertigte sich nach dem Unfall. Nach einer Vorführung vor Gericht sagte er, er habe angesichts der starken Strömung die Evakuierungsanordnung hinausgezögert. Die Verantwortung für die Katastrophe übernahm er nicht.
In einem Zeitungsinterview von 2004 berichtete Lee zudem, dass er bereits in der Vergangenheit als Kapitän von Bord eines sinkenden Schiffes gerettet werden musste.
In einem weiteren Interview beschrieb Lee auch seine Ängste. "Ich hatte schon auf Schiffen gearbeitet, als ich Mitte 20 war", sagte er vor vier Jahren in einem Interview, das jetzt eine Zeitung ausgegraben hat. Nach jedem Sturm habe er ans Aufhören gedacht, sagte er demnach. Doch jedes Mal habe er sich wieder aufs Wasser getraut.
104 bestätigte Todesopfer
Unterdessen teilte am Dienstag die Küstenwache mit, dass die offizielle Totenzahl nun bei 104 liege. Vermisst würden zugleich noch 198 Passagiere und Besatzungsmitglieder. Realistische Hoffnungen, noch Überlebende zu finden, gibt es nicht mehr.
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