Venezuela

Trump stürzte ihn: Das ist Karibik-Diktator Nicolas Maduro

Von Chavez zum Wunschnachfolger ernannt - Wiederwahl 2024 weithin als betrügerisch verurteilt

Die USA haben Venezuela angegriffen und nach eigenen Angaben Präsident Nicolas Maduro gefangen genommen und ⁠außer Landes gebracht. Die US-Regierung wirft Maduro unter anderem die Führung von Drogenkartellen vor und hat seit Monaten auf seinen Rücktritt gedrängt. Nachfolgend einige Fakten zu Maduro:

- Maduro wurde am 23. November 1962 als Sohn eines Gewerkschaftsführers in eine Arbeiterfamilie geboren. Er arbeitete als Busfahrer, als der Offizier und spätere Machthaber Hugo Chavez 1992 einen gescheiterten Putschversuch anführte. Er setzte sich für die Freilassung von Chavez aus dem Gefängnis ein und wurde ein überzeugter Anhänger von dessen linksgerichteter Politik. Nach der Wahl von Chavez im Jahr 1998 zog er ins Parlament ein.

Trump stürzte ihn: Das ist Karibik-Diktator Nicolas Maduro
© reuters

- Maduro stieg zum Präsidenten der Nationalversammlung und später zum Außenminister auf. In dieser Funktion reiste er um die Welt, um durch ölfinanzierte Hilfsprogramme internationale Bündnisse zu schmieden.

Wunschnachfolger von Chavez

- Chavez ernannte ihn zu seinem Wunschnachfolger. Nach dem Tod von Chavez wurde Maduro 2013 mit knappem Vorsprung zum Präsidenten gewählt.

- Unter seiner Regierung erlebte das Land einen dramatischen wirtschaftlichen Zusammenbruch, der von Hyperinflation ⁠und chronischer Knappheit geprägt war. Seine Herrschaft wurde bekannt für mutmaßlich manipulierte Wahlen, Nahrungsmittelknappheit und Menschenrechtsverletzungen, einschließlich des harten Vorgehens gegen Proteste in den Jahren 2014 und 2017. Millionen Venezolaner wanderten aus.

Weitreichende Sanktionen 

- Seine Regierung wurde von den USA und anderen Mächten mit weitreichenden Sanktionen belegt. Im Jahr 2020 klagte Washington ihn wegen Korruption und anderer Vergehen an. Maduro wies die Vorwürfe zurück.

Maduro
© APA/AFP/Presidency/HO

- Im Jänner 2025 wurde Maduro für eine dritte Amtszeit vereidigt. Die vorangegangene Wahl im Jahr 2024 wurde von internationalen Beobachtern und der Opposition weithin als betrügerisch verurteilt. Tausende Menschen, die gegen die Verkündung des Wahlsiegs protestierten, wurden inhaftiert.

Untersuchungskommission der Vereinten Nationen 

- Eine Untersuchungskommission der Vereinten Nationen stellte im vergangenen Monat fest, dass die Nationalgarde (GNB) des ⁠Landes über mehr als ein Jahrzehnt hinweg schwere Menschenrechtsverletzungen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen hat. Ziel seien politische Gegner gewesen, wobei die Täter oft straffrei ausgingen.

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© AFP

- Die repressiven Maßnahmen seiner Regierung wurden durch die Verleihung des Friedensnobelpreises 2025 an Oppositionsführerin Maria ⁠Corina Machado auch international in den Blickpunkt gerückt.

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