Russischer Offizier packt über den Krieg aus

"Wir waren schmutzig und müde"

Russischer Offizier packt über den Krieg aus

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Ein junger Offizier hatte genug vom Krieg und verließ die Armee. Nun erzählt er seine Geschichte.

Vor fast drei Monaten startete die russische Invasion in der Ukraine. Der Krieg zieht sich weiter in die Länge, die russischen Erfolge sind überschaubar. Auch in der russischen Armee wächst nun der Unmut – immer mehr Soldaten haben die Nase voll vom Krieg.

Ein junger Offizier, der anonym bleiben will, hat nun gegenüber CNN ausgepackt und über den Krieg erzählt. „Wir waren schmutzig und müde. Die Menschen um uns herum starben. Ich wollte es nicht sein, aber ich war ein Teil davon“, so der Soldat.

"Ich wollte nicht mehr kämpfen"

Ende Februar wurde er seine Kollegen auf die Krim verlegt, an einen baldigen Krieg dachte der Offizier aber nicht. „Um ehrlich zu sein, dachte ich nicht, dass es überhaupt so weit kommen würde.“ Wenig später stand er an der Front und kämpfte gegen Ukrainer. „Als wir die Einheimischen sahen, waren wir angespannt. Einige von ihnen versteckten Waffen unter ihrer Kleidung. Als sie sich uns näherten, feuerten sie“, berichtet der Soldat.

Irgendwann hatte der Offizier dann genug und wollte nicht mehr kämpfen. Nachdem sich sein Vorgesetzter zunächst noch quer legte, unterzeichnete er trotz Drohung schließlich seine Demission. „Er sagte mir, es könnte ein Strafverfahren geben. Eine solche Demission sei Verrat.“
  

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