Trotz Angriffe

US-Geheimdienste: Mullah-Regime nicht in Gefahr

US-Geheimdienstberichte sehen Regime nicht in Gefahr

Die Führung im Iran ist nach fast zwei Wochen schwerer Luftangriffe durch die USA und Israel weiter stabil. Das zeigen US-Geheimdienstberichte, wie drei mit den Vorgängen vertraute Personen mitteilten. Eine "Vielzahl" von Berichten komme übereinstimmend zu dem Schluss, dass das Regime nicht in Gefahr sei und die Kontrolle über die Bevölkerung behalte, sagte eine der Quellen.

Der jüngste Bericht sei vor wenigen Tagen fertiggestellt worden, hieß es weiter. Die Erkenntnisse zeigten, dass Irans geistliche Führung trotz der Tötung des Obersten Religionsführers Ajatollah Ali Khamenei am 28. Februar - dem ersten Tag der Angriffe - zusammenhalte. Auch israelische Regierungsvertreter räumten in internen Gesprächen ein, es sei nicht sicher, dass der Krieg zum Sturz der Regierung führen werde, sagte ein hochrangiger israelischer Beamter der Nachrichtenagentur Reuters.

Lage kann sich schnell ändern

Die Quellen betonten jedoch, dass sich die Lage vor Ort schnell ändern könne. Das Büro des US-Geheimdienstkoordinators und die CIA wollten sich nicht äußern. Das Weiße Haus reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage.

Seit Kriegsbeginn haben die USA und Israel verschiedene Ziele im Iran angegriffen - darunter Luftabwehr, Atomanlagen und Führungsmitglieder. Neben Khamenei seien Dutzende hochrangige Beamte und Kommandeure der Revolutionsgarden getötet worden. Diese Elitetruppe kontrolliert große Teile der iranischen Wirtschaft. Trotzdem behielten die Revolutionsgarden und die neuen Machthaber nach Khameneis Tod die Kontrolle über das Land, hieß es in den Geheimdienstberichten.

Die Expertenversammlung, eine Gruppe hoher schiitischer Geistlicher, erklärte diese Woche Khameneis Sohn Modschtaba zum neuen Obersten Führer. US-Präsident Donald Trump hatte bei Kriegsbeginn die Iraner aufgerufen, ihre Regierung zu übernehmen. Seine Berater dementierten später jedoch, dass ein Regimewechsel das Ziel sei. Trump deutete an, den größten US-Militäreinsatz seit 2003 "bald" beenden zu wollen - was angesichts der stabilen iranischen Führung schwierig werden könnte.

Unklar sei, wie die Militärkampagne die Regierung stürzen solle, sagte eine vierte Quelle. Dafür wäre wohl eine Bodenoffensive nötig, die es Iranern ermöglichen würde, sicher auf die Straße zu gehen. Die Trump-Regierung schließe die Entsendung von US-Truppen in den Iran nicht aus, hieß es.

Kurden nicht involviert

Auch auf kurdische Gruppen können die USA offenbar nicht setzen. Jüngste Geheimdienstberichte zweifelten an deren Fähigkeit, gegen iranische Sicherheitskräfte zu kämpfen, sagten zwei mit den Einschätzungen vertraute Personen. Den Gruppen fehlten Waffen und Personal. Die iranisch-kurdischen Gruppen hätten Washington in den vergangenen Tagen um Waffen und gepanzerte Fahrzeuge gebeten, sagte eine weitere Person. Trump habe aber am Samstag ausgeschlossen, dass kurdische Gruppen in den Iran vorrücken.

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